Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

IQ Bayern: Mexikanische Ärztinnen und Ärzte als Fachkräfte für Deutschland

Aufgrund des zunehmenden Ärztemangels in Deutschland – insbesondere im ländlichen Raum – beteiligt sich MigraNet, das IQ Netzwerk Bayern, am gemeinsamen Pilotprojekt zur Vermittlung mexikanischer Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland. Neben der Vermittlung der Teilnehmenden hin zu einem potenziellen Arbeitgeber steht im Modellprojekt auch die Zusammenarbeit der beteiligten Partner im Mittelpunkt. Ziel ist es, einen Good Practice Ansatz zu generieren, der bundesweit als eine Blaupause für ähnliche Vorhaben verwendet werden kann.

Das Pilotprojekt "Vermittlung mexikanischer Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland" ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Auswärtigen Amts, der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und von Landesnetzwerken im Förderprogramm IQ. Neben Bayern beteiligen sich auch die Netzwerke in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern am Pilotprojekt mit dem Ziel, insgesamt 30 mexikanische Ärztinnen und Ärzte gezielt für den deutschen Arbeitsmarkt anzuwerben. In München wurden am 3. August 2018 die teilnehmenden Mexikanerinnen und Mexikaner offiziell von den Projektpartnern begrüßt.

Maja Rentrop-Klewitz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung betonte, dass Deutschland in der Rangliste der beliebtesten Zuwanderungsländer weltweit hinter den USA auf Platz zwei liegt. Der OECD Migrationsausblick aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Einschätzung. Ein Fachkräftemangel besteht neben dem Gesundheitssektor (hier vor allem bei Altenpflegern, Gesundheits- und Krankenpflegern und Humanmedizinern) auch in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und in vielen Bereichen des Handwerks. Mit dem Anerkennungsgesetz seien die Möglichkeiten zur Fachkräftezuwanderung geschaffen worden, wenngleich es durchaus noch Handlungsbedarf gäbe, insbesondere im Hinblick auf die Effizienz und Einheitlichkeit der Verfahren für Personen aus Drittstaaten. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für nicht-akademische Fachkräfte müssten nach Einschätzung von Rentrop-Klewitz attraktiver werden.

Warum Mexiko?

Für das Pilotprojekt fiel die Auswahl des Partnerlands bewusst auf Mexiko. Andrea Degenkolbe vom Internationalen Personalservice der ZAV begründet dies damit, dass es dort derzeit einen Überschuss an gut ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten gibt und die Chancen auf eine Anerkennung des mexikanischen Abschlusses in Deutschland sehr hoch sind. Das mexikanische Studium ermöglicht bereits eine teilweise Anerkennung. Seitens der ZAV besteht seit längerem eine sehr gute Zusammenarbeit mit der mexikanischen Arbeitsverwaltung, der Deutschen Botschaft, dem Goethe Institut und dem DAAD. Außerdem gibt es in Mexiko eine relativ hohe Anzahl an Ärztinnen und Ärzten die bereits über Kenntnisse der Deutschen Sprache verfügen und sich daher für die Teilnahme am Pilotprojekt sehr gut eignen, denn Sprachkenntnisse auf B2 Niveau werden von den Teilnehmenden erwartet. Degenkolbe betont, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit MigraNet dazu beigetragen hat, dass die in Mexiko angeworbene Gruppe jetzt in Deutschland ist.

IQ Unterstützung vor Ort

Daniela Hümmer, MigraNet-Anerkennungsberaterin bei Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH in Augsburg, begleitete die Teilnehmenden im Prozess des Anerkennungsverfahrens. Ziel ist es, eine Approbation zu erlangen um dann in Deutschland eine Stelle anzunehmen. Hümmer begleitet die Teilnehmenden bereits seit Ende des vergangenen Jahres und informiert diese über die nächsten Schritte in der Qualifizierungsphase. Den Fachsprachkurs konnten die Mexikanerinnen und Mexikaner bereits erfolgreich abschließen. Mit dem MigraNet Teilprojekt "MED-International" an der Ludwig Maximilians Universität München startet nun der 15-wöchige Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung. Dieser wurde nicht extra für die Gruppe der Mexikanerinnen und Mexikaner installiert, sondern ist ein bestehendes Angebot von MigraNet und wird im Rahmen der "ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes" seit 2015 durchgeführt.

Nach erfolgreicher Kenntnisprüfung erhalten die Teilnehmenden ihre Approbation und stehen dem hiesigen Arbeitsmarkt als Ärztin bzw. Arzt zur Verfügung. Parallel dazu finden bereits die ersten Vorstellungsgespräche statt. Für kommendes Jahr wird ein weiterer Durchgang geplant.

Zurück zur Übersicht

Twitter
RSS