BAMF-Kurzanalyse: Geflüchtete verbessern ihre Deutschkenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen

[BAMF] Die BAMF-Kurzanalyse 1|2020 beschäftigt sich damit, wie Geflüchtete 2018 ihre eigene aktuelle Lebenssituation und ihre Deutschkenntnisse beurteilen.

Anhand der Daten der 3. Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten aus dem Jahr 2018 wird untersucht, wie sich der Spracherwerb der Geflüchteten in den letzten drei Jahren entwickelt hat. Darüber hinaus wird auf die allgemeine Lebenszufriedenheit der Geflüchteten eingegangen und gezeigt, wie sie ihre wirtschaftliche Situation sowie ihr Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft bewerten.

Deutschkenntnisse nehmen bei Geflüchteten 2018 weiter zu

Die selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse der in den Jahren 2013 bis einschließlich 2016 eingereisten Geflüchteten verbessern sich 2018 weiter: 44 Prozent der Befragten gaben an, gute oder sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache zu haben. 2017 waren es noch 35 Prozent, bei der ersten Befragung 2016 22 Prozent. Der Anteil von Person ohne jegliche Deutschkenntnisse ist 2018 auf fünf Prozent gesunken. Darüber hinaus zeigt sich, dass insbesondere Personen mit einem mittleren Bildungsniveau im letzten Jahr deutliche Fortschritte gemacht haben, während sich die Deutschkenntnisse bei Frauen mit Kindern nur langsam weiterentwickelten.

Teilnahme an sprachfördernden Maßnahmen steigt weiter an

Ein enger Zusammenhang zeigt sich zwischen dem Sprachniveau und der Teilnahme an einem Sprachkurs: 85 Prozent hatten bis zum Befragungszeitpunkt im Jahr 2018 ein Sprachförderangebot besucht, 65 Prozent einen Integrationskurs. Damit wurde das zentrale Sprachangebot des Bundes am häufigsten in Anspruch genommen. Erste Aufholprozesse hinsichtlich der Teilnahme am Integrationskurs zeigen sich bei Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Frauen mit älteren Kindern, nicht aber bei Frauen mit Kleinkindern.

Lebenszufriedenheit auf stabilem Niveau

Geflüchtete waren mit ihrem Leben im Durchschnitt weitgehend zufrieden – nur geringfügig weniger als Personen der Aufnahmegesellschaft. Dabei hängt die Lebenszufriedenheit der Geflüchteten mit der familiären Situation, dem aufenthaltsrechtlichen Status, der Erwerbs- und Wohnsituation, der gesundheitlichen Situation, dem Willkommensgefühl in Deutschland und dem Ausmaß der sozialen Kontakte zu Deutschen zusammen.

Rund drei Viertel der Geflüchteten fühlten sich im Jahr 2018 in Deutschland willkommen

Auch zeigte sich, dass die befragten Geflüchteten sich anteilig seltener Sorgen bezüglich Ausländerfeindlichkeit in Deutschland machten als Personen der Aufnahmegesellschaft. Dafür hatten Geflüchtete häufiger das Gefühl, schon mal aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt worden zu sein.

Viele machen sich aber Sorgen über ihre wirtschaftliche Situation

Eingetrübt wird die allgemeine Lebenszufriedenheit von Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Situation. Auch mit ihrer Erwerbs- und persönlichen Einkommenssituation sind die Geflüchteten im Mittel nicht wirklich zufrieden. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich ein großer Teil der Geflüchteten mit dem bereits Erreichten nicht zufriedengibt, sondern sich weiter verbessern will.

Die Kurzanalyse zum Download finden Sie hier