Kompetenzfeststellung im Förderprogramm IQ

Ergänzend zum Beratungs- und Qualifizierungsangebot werden im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" Verfahren zur Kompetenzfeststellung von Menschen mit Migrationshintergrund umgesetzt. 

Über die Verfahren können individuelle Stärken sichtbar gemacht, Perspektiven für den weiteren Berufs- oder Bildungsweg geklärt und/oder eine verbindliche Kompetenzfeststellung vorbereitet werden. Das trägt einerseits zum Empowerment der Teilnehmenden bei. Andererseits kann die Dokumentation formal, informell und non-formal erworbener Kompetenzen die Chancen in Bewerbungsverfahren erhöhen – z. B. auch in Berufen des dualen Systems, in denen kein formales Anerkennungsverfahren erforderlich ist.

Verfahren, die aktuell im Förderprogramm IQ durchgeführt werden, sind im Raster inhaltlich-methodisch zugeordnet und in den Infoblättern näher beschrieben.

Dimensionen des Rasters

Horizontale Dimension ("Instrumentenachse"): Durch wen und wie wird die Kompetenz festgestellt?

  • Fremdeinschätzung: Kompetenzfeststellung basiert auf Beobachtung des Verhaltens und der Persönlichkeit der Teilnehmenden von "außen" (z.B. durch Beratende, Bildungsdienstleister), beispielsweise während einer Arbeitsprobe oder einer Simulation.
  • Selbsteinschätzung: Kompetenzfeststellung erfolgt durch einen (professionell begleiteten) Prozess der Selbstreflexion, beispielsweise mittels biografischer Interviews oder Fragebögen.

Vertikale Dimension ("Zielachse"): Woran orientieren sich die Ergebnisse und nächsten Schritte?

  • anforderungsorientiert: Gezieltes Sichtbarmachen von Kompetenzen, die relevant für eine berufliche Tätigkeit oder Qualifizierung sind und die sich u.a. aus Ausbildungsordnungen oder Zugangsvoraussetzungen ableiten lassen; sowie Darstellung von Entwicklungs- und Qualifizierungsbedarfen hinsichtlich der geprüften Anforderungen.
  • subjektorientiert: Ressourcenorientiertes Sichtbarmachen und Aktivieren von Kompetenzen und Potenzialen auf Basis eines biografieorientierten Ansatzes, um langfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu steigern.