Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Kompetenzfeststellung im Förderprogramm IQ

Ergänzend zum Beratungs- und Qualifizierungsangebot werden im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" Verfahren zur Kompetenzfeststellung von Menschen mit Migrationshintergrund umgesetzt. Sie haben das Ziel, persönliche Stärken und Potenziale von Teilnehmenden herauszuarbeiten.

Nachdem sich der ehemalige Facharbeitskreis "Kompetenzfeststellung" des Förderprogramms IQ bereits vor einigen Jahren intensiv damit auseinandergesetzt und entsprechende Materialien erarbeitet hat, erreichte das Thema Kompetenzfeststellung im Jahr 2015 erneut Aktualität: Viele Geflüchtete können keine abgeschlossene Berufsausbildung im Sinne des deutschen Bildungssystems vorweisen. In diesen Fällen ist es nicht möglich, über ein Anerkennungsverfahren in den deutschen Arbeitsmarkt einzusteigen. Personen ohne formalen Abschluss verfügen häufig aber auch über arbeitsmarktrelevante Kompetenzen, welche durch Berufserfahrung und andere informelle und non-formale Lernprozesse erworben wurden.

Damit auch Personen ohne formalen Abschluss langfristig in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können, werden Verfahren benötigt, die vorhandene Kompetenzen erfassen und transparent machen. In den vergangenen Jahren sind viele Ansätze und Verfahren entstanden, die wiederum verschiedene Funktionen und Zielsetzungen haben.

Verfahren, die aktuell im Förderprogramm IQ durchgeführt werden, sind im Folgenden als Übersicht dargestellt. Die Kategorien des Rasters sind dabei nicht als absolut zu betrachten, sondern als Tendenzen der inhaltlich-methodischen Zuordnung zu verstehen. Details zu den einzelnen Verfahren können Sie den Infoblättern entnehmen.

Das Raster zur inhaltlich-methodischen Verortung von Kompetenzfeststellungsverfahren in IQ basiert auf Entwürfen von Hans G. Bauer und Fabian Weiß (Landesnetzwerk Migranet Bayern) sowie Publikationen des IQ Facharbeitskreises Kompetenzfeststellung (Praxishandreichung "Qualitätsstandards und migrationsspezifische Instrumente zur Kompetenzfeststellung und Profiling", 2008, "Qualitätsmerkmale für die Dokumentation von Kompetenzen", 2010). 

Horizontale Dimension ("Instrumentenachse"): Durch wen und wie wird die Kompetenz festgestellt?

  • Fremdeinschätzung: Kompetenzfeststellung basiert auf Beobachtung des Verhaltens und der Persönlichkeit der Teilnehmenden von "außen" (z.B. durch Beratende, Bildungsdienstleister), beispielsweise während einer Arbeitsprobe oder einer Simulation.
  • Selbsteinschätzung: Kompetenzfeststellung erfolgt durch einen (professionell begleiteten) Prozess der Selbstreflexion, beispielsweise mittels biografischer Interviews oder Fragebögen.

Vertikale Dimension ("Zielachse"): Woran orientieren sich die Ergebnisse und nächsten Schritte?

  • anforderungsorientiert: Gezieltes Sichtbarmachen von Kompetenzen, die relevant für eine berufliche Tätigkeit oder Qualifizierung sind und die sich u.a. aus Ausbildungsordnungen oder Zugangsvoraussetzungen ableiten lassen; sowie Darstellung von Entwicklungs- und Qualifizierungsbedarfen hinsichtlich der geprüften Anforderungen.
  • subjektorientiert: Ressourcenorientiertes Sichtbarmachen und Aktivieren von Kompetenzen und Potenzialen auf Basis eines biografieorientierten Ansatzes, um langfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu steigern.

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