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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
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Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)


Erstellt: 13.10.2018  |  Zuletzt geändert: 07.11.2018, 17:19 Uhr

Eine der Kernaufgaben des BAMF ist die wissenschaftliche Forschung zu Migrations- und Integrationsthemen, um insbesondere politische Akteurinnen und Akteure auf allen Ebenen empirisch fundiert bei der Weiterentwicklung der Migrations- und Integrationspolitik und der Entwicklung entsprechender Maßnahmen beraten zu können.

Gemäß diesem gesetzlichen Auftrag beobachtet das Forschungszentrum Migrations- und Integrationsprozesse in Deutschland sowie ihre ökonomischen und demografischen Auswirkungen (siehe Demografischer Wandel), beschreibt die Prozesse datengestützt und bewertet sie. Dabei arbeitet es eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen im In- und Ausland zusammen (zum Beispiel gemeinsame Forschungsprojekte, Publikationen, Veranstaltungen). Der Fokus der Untersuchungen liegt in drei Forschungsfeldern: 

1. Forschungsfeld Migration: Durchgeführt werden zum Beispiel Untersuchungen zu Ursachen und Folgen von Migration und Flucht, zu Arbeitsmigration und -integration bestimmter Gruppen und zu irregulärer Migration. 

Ausgewählte Forschungsthemen: Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten im Familiennachzug, Erwerbstätigkeit von Inhaberinnen/Inhabern der Blauen Karte EU, Beschäftigung von ausländischen Absolventinnen/Absolventen deutscher Hochschulen, Selbständigkeit von Zugewanderten und Rückkehrenden (siehe Migrantenökonomie), Bedarf an ausländischen Forscherinnen/Forschern in Deutschland, Migrantinnen/Migranten im Niedriglohnsektor (siehe atypische Beschäftigung) unter Berücksichtigung der Bleiberechtsregelung, Ursachen und Motive der Auswahl eines Zufluchtsstaats bei Flucht, Rückkehr und Rückkehrförderung, Zuwanderung von Fachkräften nach dem Zuwanderungsgesetz (siehe §18 Aufenthaltsgesetz).

2. Forschungsfeld Integration: Durchgeführt werden quantitative wie qualitative Studien zur Integration bestimmter Zielgruppen (zum Beispiel Migrantinnen/Migranten, Muslime, Geflüchtete, Imame), zu bestimmten Integrationsaspekten (zum Beispiel Einbürgerungsverhalten) sowie Evaluationen von Integrationsmaßnahmen. 

Ausgewählte Forschungsthemen: Evaluation von Integrationskursen, Integrationsverlauf von Kursteilnehmenden von Integrations- und Alphabetisierungskursen, Begleitforschung zur Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), Erklärungsansätze für Unterschiede beim Zweitspracherwerb, Muslimisches Leben in Deutschland, Selbstorganisation von Musliminnen und Muslimen und staatlicher Umgang mit ihnen, Geschlechterrollen bei Deutschen und Zuwandernden christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit, Islamische Religionsbedienstete, Optionsregelung im Staatsangehörigkeitsrecht aus der Sicht von Betroffenen, Integration von Geflüchteten in ländlichen Räumen, Wohnortzuweisungsgesetz, Resettlement, Repräsentativuntersuchungen zu ausgewählten Migrantengruppen in Deutschland, Einbürgerungsverhalten (siehe Einbürgerungstest) von Ausländerinnen und Ausländern, Erfolgsbiographien von Migrantinnen und Migranten.

3. Forschungsfeld Demografie: Durchgeführt werden Untersuchungen zum Zusammenhang von Migration und demographischem Wandel sowie demographische Aspekte der Migration. Forschungsthemen sind hier zum Beispiel Mortalität und Morbidität, Fertilität von Frauen mit Migrationshintergrund oder der Wandel der Familienbildung.

Erkenntnisse aus den Forschungen fließen unter anderem ein in die Optimierung der Steuerung der Migration und der Begleitung von Integration auf Bundesebene. Jährlich erstellt das Forschungszentrum den "Migrationsbericht" der Bundesregierung. Aus gegebenem Anlass arbeitet das Forschungszentrum im Rahmen mehrerer empirischer Projekte daran, mehr über die konkrete Lebenssituation von Geflüchteten und die längerfristigen Auswirkungen der Asylzuwanderung auf die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland zu erfahren, um Ansatzpunkte für deren passgenaue Integrationsförderung zu ermitteln. Gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (IW) führt es die sog. "IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten2 durch. Bei der jährlichen Erhebung werden rund 5.700 Geflüchtete wiederholt zu bestimmten Themen befragt (zum Beispiel schulische/berufliche Bildung, aktuelle berufliche Situation, Sprachkompetenzen, Wohnsituation, familiäre Situation, gesellschaftliche Partizipation, Art und Umfang der sozialen Kontakte, Auswirkungen der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen auf die Lebenssituation, Wirksamkeit von unterschiedlichen Förderprogrammen).

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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