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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
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Diversity/Diversity-Management


Erstellt: 11.10.2018  |  Zuletzt geändert: 08.11.2018, 08:06 Uhr

Mit "Diversity-Management" wird überwiegend der Umgang mit Diversity in Unternehmen und Großorganisationen zum Zwecke der Optimierung der Arbeitsprozesse, des Betriebsklimas und/oder der Produkte bezeichnet. Dieser ursprünglich aus den USA stammende Personal- und Organisationsentwicklungsansatz versteht sich als ein Gesamtkonzept von Instrumenten, Strategien und Maßnahmen zur Schaffung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes sowie zur Förderung des Umgangs mit der Vielfalt des Personals in Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Verwaltungen. Mit Diversity-Management sind sowohl Methoden der Gewinnung und Qualifizierung von Personal als auch die gezielte Zusammensetzung innerbetrieblicher bzw. –organisatorischer Teams und Gestaltung innerorganisatorischer bzw. betrieblicher Abläufe verbunden.

Hinter dem Konzept des Diversity-Managements steht die Überzeugung, dass gerade die Vielfalt der Individuen und ihrer jeweiligen Lebensentwürfe besondere soziale, kulturelle und letztlich auch ökonomische Potenziale bergen, die bei einem angemessenen Umgang mit Vielfalt innerhalb einer Organisation zum Vorteil aller Beteiligten genutzt werden können und sollten. Wesentliche ‚innere Dimensionen‘ von individueller Vielfalt sind dabei Aspekte wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Identität, ethnische Herkunft und Nationalität, Behinderung, Religion und Weltanschauung. Diese Merkmale entsprechen auch den ausdrücklich im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)  genannten Merkmalen, die nach dem Gesetz nicht zu Benachteiligungen bzw. Diskriminierungen führen dürfen. In der Betrachtung von Diversity kommen zudem ‚äußere‘ Merkmale einer Person wie z. B. Familienstand, Ausbildung oder auch die geografische Lage des Wohnsitzes – z. B. Stadt oder Land - hinzu. Schließlich ist die Reflektion von zentralen Organisationsaspekten wie Funktion, Arbeitsplatz und Dauer der Betriebszugehörigkeit für die Entwicklung eines Diversity-Managements von Bedeutung. 

Im Zuge der Bemühungen um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hat sich der lange Zeit wenig beachtete Aspekt des jeweiligen Rechtsstatus der Person als relevanter (äußerer) Faktor für das Diversity-Management erwiesen.

Die Begriffe Diversity und Diversity-Management stehen konzeptionell und begrifflich in engem Zusammenhang mit den Begriffen interkulturelle Öffnung bzw. interkulturelle Kompetenzen. Doch gehen sie im Unterschied zu diesen hinsichtlich der Merkmale von Vielfalt über eine herkunftsbedingte Verschiedenheit von Menschen hinaus. Insofern haben sie auch starke Bezüge zu Ansätzen der Antidiskriminierung (siehe Diskriminierung) und des Antirassismus (siehe Rassismus). 

Diversity Management hat im Jahre 2006 in der deutschen Wirtschaft mit der Veröffentlichung der ‚Charta der Vielfalt‘ durch ursprünglich vier unterzeichnende Unternehmen eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit und Beachtung erfahren. In den ersten Jahren wurde die unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin stehende Charta der Vielfalt von der Behörde der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration (Frau Prof. Maria Böhmer) administrativ betreut. Seit September 2010 ist der in Berlin ansässige gemeinnützige Verein Charta der Vielfalt e. V. für die Organisation und inhaltliche Weiterentwicklung der Arbeit verantwortlich. Anfang Mai 2018 wurde die Zahl der Betriebe, die der Charta zwischenzeitlich beigetreten sind und die sich selbst zur Entwicklung einer Diversity-Kultur verpflichtet haben, mit rund 2.800 beziffert.

Diversity Management setzt spezielle Analysefähigkeiten und Organisationskompetenzen voraus. Dazu gibt es inzwischen eine breite Vielfalt an theoretischer Fachliteratur und praktischen Aus- und Fortbildungsangeboten. Über einen großen Teil dieser Angebote informieren die Internationale Gesellschaft für Diversity-Management (idm e. V.) und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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