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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
 |  Migration / Integration

Assimilation


Erstellt: 11.10.2018  |  Zuletzt geändert: 07.11.2018, 14:47 Uhr

In der migrationssoziologischen Fachdebatte wird der Begriff der Assimilation häufig in Beziehung gebracht zu den Begriffen Integration und Segregation. Er beschreibt dabei das eine Extrem des Integrationsprozesses, in dem eingewanderte Personen vollkommen in der aufnehmenden Gesellschaft aufgehen, während mit Segregation oder auch Abschottung das entgegengesetzte Extrem gemeint ist, in dem einzelne Personen oder Gruppen ganz oder großenteils ohne soziale und kulturelle Anbindung an die sie umgebende Gesellschaft leben. Teilweise findet man zur Beschreibung kultureller Anpassungsprozesse auch den Begriff 'Akkulturation', der weniger absolut verstanden wird als der Assimilationsbegriff.

Kritisch wird der Begriff Assimilation dann betrachtet, wenn von Zwangsassimilation die Rede ist. Damit ist gemeint, dass der Staat und/oder die aufnehmende Gesellschaft von den neu hinzugekommenen Menschen durch sozialen Druck und durch Sanktionen die Aufgabe ihrer kulturellen, sprachlichen und religiösen Eigenheiten erreichen wollen. Eine solche Zwangsassimilation steht im Widerspruch zum Gedanken des Minderheitenschutzes in den allgemeinen Menschenrechten und den Grundrechten des Grundgesetzes (GG).

Für die erfolgreiche Integration Eingewanderter in den Arbeitsmarkt sind allerdings Kompetenzen und Kenntnisse erforderlich, die viele Geflüchtete oder andere Eingewanderte erst erlernen müssen.

Das bedingt immer auch eine Anpassung in sozialer und kultureller Hinsicht, nicht aber eine vollständige Assimilation im Sinne der Aufgabe aller mitgebrachten Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Andererseits bedeutet dies, dass die aufnehmende Gesellschaft den Eingewanderten – vorausgesetzt, Recht und Gesetz werden von diesen eingehalten - die Beibehaltung von Verhaltensweisen und Gepflogenheiten ermöglicht, die von denen der Bevölkerungsmehrheit abweichen. 

Für das Behördenhandeln leitet sich daraus auch die Notwendigkeit ab, der kulturellen Vielfalt (siehe Diversity/Diversity Management) der Kundinnen und Kunden zu entsprechen und durch Interkulturelle Öffnung die Beziehung zwischen den Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern und den eingewanderten Kundinnen und Kunden zu optimieren.

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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