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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
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Integration durch Qualifizierung - Netzwerk IQ und Förderprogramm IQ


Erstellt: 14.10.2018  |  Zuletzt geändert: 30.11.2018, 13:03 Uhr

Im Jahr 2005 initiierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zu diesem Zweck die Schaffung eines bundesweiten Netzwerks, das in den Jahren 2005 bis 2007 systematisch ausgebaut wurde. Parallel wurden Handlungsempfehlungen, Instrumente sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt, die in den Jahren 2008 bis 2010 verbreitet und transferiert wurden. Auf den neuen Strukturen aufbauend, rief das BMAS am 1. Januar 2011 das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" in Leben (kurz: Förderprogramm IQ). Im Fokus steht die Begleitung der Umsetzung des 2. Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" (siehe Anerkennungsgesetz, Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen) mit drei Handlungsschwerpunkten:

(1) Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung: Seit 2012 wird eine flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen angeboten. Die Ratsuchenden werden auf ihrem Weg in und durch die Anerkennungsverfahren, die Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen und in Einzelfällen bis hin zur qualifikationsadäquaten Beschäftigung begleitet.

(2) Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext des Anerkennungsgesetzes: Qualifizierungsmaßnahmen für Personen mit ausländischen Abschlüssen werden konzipiert und durchgeführt. Darunter Anpassungsqualifizierungen für reglementierte Berufe (zum Beispiel medizinische und pädagogische), Qualifizierungsmaßnahmen für duale Berufe (siehe Berufsausbildung), Qualifizierungen bzw. Brückenmaßnahmen für Akademikerinnen und Akademiker oder Vorbereitungsmaßnahmen für die Externenprüfung. Mit den genannten Qualifizierungen werden fachliche und methodische Lücken geschlossen sowie berufsorientierte Sprachkenntnisse vermittelt.

(3) Interkulturelle Kompetenzentwicklung und weitere Angebote: Interkulturelle Kompetenzen werden bei Arbeitsmarktakteuren wie Jobcentern, Agenturen für Arbeit (AA), kommunalen Verwaltungen und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufgebaut und weiterentwickelt (Sensibilisierung, Anstoß interkulturelle Öffnungsprozesse, Abbau von Diskriminierung). 

16 Netzwerke auf Länderebene setzen das Förderprogramm auf regionaler Ebene um. Rund 400 operative Teilprojekte bieten flächendeckend Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen an, entwickeln bedarfsorientiert Anpassungsqualifizierungen und setzen sie um. Überdies übernehmen sie Servicefunktionen für Arbeitsmarktakteure (Informationen, Beratung, Trainings, Vermittlung von Know-how).

Fünf IQ Fachstellen begleiten und beraten die Landesnetzwerke fachlich und bearbeiten bundesweit migrationsspezifische Themen. Sie entwickeln Qualifizierungsmaßnahmen, Instrumente und Handlungsempfehlungen zur beruflichen Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte und beraten Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung (zum Beispiel Konzeption von Qualitätsstandards, Qualifizierungen und Schulungsmaterialien, Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse). 

Das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (kurz: MUT IQ) koordiniert die Programmumsetzung auf Bundesebene. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren, fördert den Transfer guter Praxis innerhalb und außerhalb des Förderprogramms, sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung und kommuniziert Arbeitsergebnisse gemeinsam mit den Fachstellen in die Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Fachöffentlichkeit. 

Finanziert wird das Förderprogramm IQ aus Mitteln des BMAS und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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