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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
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Demografischer Wandel


Erstellt: 14.10.2018  |  Zuletzt geändert: 06.11.2018, 14:01 Uhr

Im Jahr 2018 sind bereits jede/r vierte in Deutschland älter als 60 Jahre, 22 Prozent sind älter als 65 Jahre, nur 60 Prozent sind im erwerbsfähigen Alter (20 - 64 Jahre), 18 Prozent jünger als 20 Jahre. Hochrechnungen zum Beispiel des Bundesamtes für Statistik (Destatis) gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2060 die Bevölkerung - selbst im Fall einer Nettozuwanderung von +100.000 pro Jahr - von derzeit 81,6 Mio auf 67,6 Mio schrumpfen wird. Der Anteil der über 65-Jährigen wird auf 33 Prozent steigen, der Anteil der Erwerbsfähigen auf 51 Prozent und der der unter 20-Jährigen auf 16 Prozent sinken. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt wird dann für Männer voraussichtlich bei 84,8 Jahren, für Frauen bei 88,8 Jahren liegen (zum Vergleich 1960: Männer ca. 66 Jahre, Frauen ca. 72 Jahre).

Das heißt: Immer weniger Erwerbstätige müssen zukünftig für immer mehr Menschen die Sicherung im Alter gewährleisten. Wirtschaftswachstum, Wohlstand und die Verlässlichkeit der sozialen Sicherungssysteme (zum Beispiel Versorgung im Alter, im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflege) sind gefährdet. Gemildert werden kann die Entwicklung durch steigende Erwerbstätigkeit (beispielsweise von Frauen), die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und mehr Zuwanderung. Im Fall zum Beispiel einer Nettozuwanderung von +200.000 pro Jahr würde die Bevölkerung bis zum Jahr 2060 ‚ auf 73,1 Millionen schrumpfen. 

Diese Entwicklung ist kein deutsches Problem. Viele westliche Industrienationen stehen aufgrund niedriger oder sinkender Geburtenzahlen und gestiegener Lebenserwartung (anders als in weiten Teilen Afrikas und Asiens) vor den Herausforderungen einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung. Doch ist die Alterung der Bevölkerung in Deutschland bereits besonders weit fortgeschritten. Das Land hat die älteste Bevölkerung in Europa und wird von den Folgen des demografischen Wandels früher und stärker erfasst als die meisten anderen Staaten. Im weltweiten Vergleich ist nur die Bevölkerung Japans älter.

Das stellt Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen und macht ein breites Bündel an wirksamen Maßnahmen notwendig. Die Demografiepolitik der Bundesregierung verfolgt seit 2011 im engen Dialog mit Vertretenden der Wirtschaft, der Sozialpartner, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft das Ziel, die notwendigen Rahmenbedingungen zur Bewältigung der Herausforderungen zu schaffen. Gemeinsam haben sie eine Demografiestrategie ("Die Demografiestrategie der Bundesregierung") entwickelt und sukzessive weiterentwickelt. Zentrale Ansatzpunkte der Strategie - mit entsprechenden Zielen und Maßnahmen hinterlegt - sind:

  • die Sicherung der Fachkräftebasis durch Aktivierung aller inländischen und die Erschließung ausländischer Fachkräftepotenziale mit angemessener Entlohnung (siehe Fachkräftebedarf und Fachkräftemangel),
  • Stärkung aller Bildungspotenziale durch entsprechende Maßnahmen in den Bereichen Erziehung, Schulbildung, Ausbildung, Fort- und Weiterbildung sowie Hochschulbildung,
  • Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch Innovationen (insbesondere Energieversorgung und Digitalisierung), durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen,
  • Förderung des sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalts durch Inklusion, Bürgerschaftliches Engagement, Gesundheitsförderung und Versorgung zum Beispiel im Fall von Krankheit und Pflege,
  • Förderung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den unterschiedlich betroffenen Regionen,
  • Gewährleistung solider Finanzen für die Handlungsfähigkeit des Staates und die Verlässlichkeit sozialer Sicherungssysteme.

Entsprechende Maßnahmen sind in Angriff genommen worden, um den demografischen Wandel aktiv zu gestalten. Die Entwicklung wird jährlich von der Interministeriellen Arbeitsgruppe "Fachkräfte der Zukunft" überprüft und in regelmäßigen Fortschrittsberichten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht. 

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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