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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"
 |  Beschäftigung / Arbeitsmarkt

Stellung im Beruf


Erstellt: 14.10.2018  |  Zuletzt geändert: 07.11.2018, 11:00 Uhr

Unterschieden werden folgende Personengruppen nach ihrer Stellung im Beruf:

Selbstständige: Das sind Personen, die allein oder mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eigenen Namen und eigene Rechnung erwerbswirtschaftlich tätig sind, ihre Arbeit und ihre Arbeitszeit frei gestalten, ihren Arbeitsort frei bestimmen können und nicht weisungsgebunden sind. Also Personen, die einen Betrieb als Eigentümerin bzw. Eigentümer oder Pächterin bzw. Pächter leiten, die selbständig in sog. Freien Berufen tätig sind, auch sogenannte "Hausgewerbetreibende" und "Zwischenmeister" (Industrie- oder Handelsunternehmungen übergeben ihnen Arbeiten, die sie dann an Heimarbeitende oder Hausgewerbetreibende weitergeben). 

Unbezahlt mithelfende Familienangehörige: So sind Personen definiert, die in einem von einem Familienmitglied als Selbstständigem geleiteten Unternehmen unentgeltlich mitarbeiten, die also keinen Lohn bzw. kein Gehalt bekommen und für die auch keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden. In der Statistik werden sie als unbezahlte Selbstständige erfasst.

Beamte: Hierbei handelt es sich um Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis des Bundes, der Länder, der Gemeinden und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts (einschließlich der Beamtenanwärter und der Beamte im Vorbereitungsdienst) stehen. Als Bedienstete des Staates sind sie in für das öffentliche Leben wichtigen Bereichen eingesetzt.

Angestellte: Hierbei handelt es sich um Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer, die Gehalt beziehen und kaufmännische, büromäßige oder sonst vorwiegend geistige Arbeit leisten. 

Arbeiterinnen bzw. Arbeiter: Hierbei handelt es sich um Lohnempfängerinnen bzw. -empfänger, die überwiegend körperlich arbeiten, zunehmend auch weitergehende Kontrollaufgaben wie Überwachung von Maschinen oder Anlagen übernehmen.

Die Stellung im Beruf bzw. die Form der Erwerbstätigkeit sagt hingegen noch nichts aus über die soziale Schichtung einer Bevölkerungsgruppe oder den sozialen Status einer Person. Gleichwohl wird ihr oft ein sozialer Rang zugeschrieben, der sich an den Werten und Normen einer Gesellschaft bzw. einzelner gesellschaftlicher Gruppen orientiert. So wird zum Beispiel geistige Arbeit in manchen gesellschaftlichen Schichten eher höher bewertet als körperliche Arbeit, weshalb Arbeiterinnen und Arbeitern - unabhängig zum Beispiel von Tätigkeit und Einkommen - eher ein niedrigerer sozialer Rang zugeschrieben wird als zum Beispiel Angestellten oder Selbstständigen. 

Über soziale Lage, Lebensstandard, soziale Teilhabe, gesellschaftliches Ansehen oder auch Selbst- und Fremdwahrnehmung entscheidet aus sozialwissenschaftlicher Sicht ein Bündel von Merkmalen der Lebensumstände wie Herkunft, Bildung, Beruf, Position im Beruf, Einkommen und andere mehr (der "sozioökonomische Status"). Mit einer höheren Position im Beruf zum Beispiel ist oft eine vorteilhaftere materielle Situation verbunden. Selbstständige, freie Berufe, Hochqualifizierte oder leitende Angestellte sowie Beamtinnen und Beamte befinden sich überwiegend im oberen Segment der Einkommensverteilung, während die Zugehörigkeit zu Arbeiterpositionen eher mit einem mittleren oder niedrigen Einkommen verbunden ist.

Gerade Ausländerinnen und Ausländer sind - anders auch als Deutsche mit Migrationshintergrund - in Deutschland überdurchschnittlich häufig als un- oder angelernte Arbeiterinnen bzw. Arbeiter tätig, oft in Sektoren mit einem hohen Anteil gering qualifizierter Tätigkeiten, oft auch im unteren Bereich der Berufshierarchie.

Ihre Positionierung auf dem Arbeitsmarkt wird beeinflusst durch Faktoren wie niedrigere, im Ausland erworbene bzw. in Deutschland nicht anerkannte Qualifikationen, nicht ausreichende Deutschkenntnisse, aufenthaltsrechtliche Bestimmungen und/oder berufsständische Bestimmungen, strukturelle Diskriminierung bzw. Vorbehalte von Arbeitgebenden. Infolgedessen sind sie auch häufiger sozialen Risiken ausgesetzt (Arbeitslosigkeit, Erwerbstätigkeit in prestigearmen Berufen, niedrige Arbeitseinkommen, erhöhtes Armutsrisiko). 

Ansprechpartnerin

Christiane Tieben-Westkamp

Tel.: 0221 93298111
christiane.tieben(at)ebb-bildung.de



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