Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Von der ESF- in die Regelförderung: Berufsbezogene Deutschsprachförderung wurde zu einem Regelinstrument des Bundes

[ESF] Seit August 2008 unterstützte das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanzierte Programm zur berufsbezogenen Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund (ESF-BAMF-Programm) die Verbesserung von berufsbezogenen Deutschkenntnissen. In der ESF-Förderperiode 2007-2013 erreichte das Programm in mehr als 7.400 Sprachkursen rund 146.000 Teilnehmende. In der aktuellen Förderperiode nahmen gut 82.000 Menschen an rund 4.000 Sprachkursen teil. Das ESF-BAMF Programm war bis zum 31.12.2017 befristet, letzte Kurse laufen Ende 2018 aus.

Kernanliegen des Programms war es, die Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt nachhaltig zu erhöhen. Zu diesem Zweck wurde der Deutschunterricht mit Elementen der beruflichen Weiterbildung verknüpft. Das Angebot reichte vom Sprachunterricht im klassischen Sinne unter Einbeziehung beruflichen Fachvokabulars bis zum konkreten Berufspraktikum im Betrieb.

Das Programm hob sich mit diesem innovativen Ansatz bewusst von klassischen Sprachförderangeboten ab und sollte dem zweckgerichteten Lernen Erwachsener besser gerecht werden. Dafür wurde es von der Europäischen Kommission 2016 als ESF-Erfolgsgeschichte positiv hervorgehoben. Das ESF-BAMF-Programm war als Pilotprojekt in Deutschland so erfolgreich, dass die berufsbezogene Deutschsprachförderung auf der Grundlage des § 45a Aufenthaltsgesetz im Juli 2016 in ein dauerhaftes nationales Regelangebot überführt worden ist und die ESF-Förderung bis Ende des Jahres 2017 sukzessive eingestellt werden konnte.

Im Jahr 2017 haben bereits mehr als 95.000 Personen auf Basis der neuen Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (Deutschförderverordnung DeuFöV) an einem Berufssprachkurs teilgenommen. Seit Anfang 2018 werden über die DeuFöV auch Kombinationsmaßnahmen angeboten, die zeitgleich oder hintereinander Deutschkenntnisse und berufliche Qualifikationen vermitteln und damit die Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Abgesehen von dem Erfolg, vielen Menschen mit Deutsch als Zweitsprache eine wichtige Grundlage für ihre Arbeitsmarktintegration geboten zu haben, ist mit dem Programm auch etwas gelungen, was den ESF im Kern ausmacht: Mit innovativen Ansätzen über das Programmende hinaus Maßnahmen nachhaltig in die Regelförderung zu überführen.

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