Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Studie des WZB zur Arbeitsmarktintegration: Schlechtere Chancen für Menschen mit afrikanischen Wurzeln und aus muslimisch geprägten Ländern

[antidiskriminierungsstelle.de] Für das im Mai diesen Jahres erschienene Discussion Paper "Ethnische Hierarchien in der Bewerberauswahl: Ein Feldexperiment zu den Ursachen von Arbeitsmarktdiskriminierung" fingierten Prof. Dr. Ruud Koopmans, Dr. Susanne Veit und Ruta Yemane vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) über den Zeitraum von zwei Jahren über 6.000 Bewerbungen auf echte Stellenausschreibungen, um den Gründen für ethnische Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt nachzugehen.

Dass diese besteht, machten vergangene Studien bereits deutlich. Auf Grundlage der umfassenden Erhebungen konnte nun jedoch festgestellt werden, dass ein Migrationshintergrund nicht per se schlechtere Chancen bei Bewerbungen hervorruft – vielmehr kommt es dabei auf das genaue Herkunftsland der Bewerbenden an: für Bewerbende mit spanischen, japanischen, polnischen oder schweizerischen Wurzeln ließen sich im Rahmen der Studie sogar (teilweise geringfügig) bessere Erfolgsaussichten feststellen als für Personen ohne wahrnehmbare Migrationsbiografie. Deutlich schlechtere Chancen stellte das Forschungsteam hingegen für Personen fest, deren Bewerbungen afrikanische bzw. muslimisch geprägte Wurzeln nahelegten. Ursache hierfür sei durch eine "präferenzbasierte Diskriminierung" vonseiten der verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen und -träger, welche bestimmten Personengruppen bestimmte Werte und typische kulturelle Eigenschaften zuschrieben, die sich letztlich auf die Entscheidungen auswirkten.

Die Studie liefert wichtige Erkenntnisgrundlagen hinsichtlich der Frage, wie Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt nicht nur erkannt und begründet, sondern zukünftig eingedämmt und verhindert werden kann.

Die vollständige Studie kann hier auf der Webseite des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung heruntergeladen werden.

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