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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Neue Förderphase des BIM beginnt: Integrations- und Migrationsforschung an der HU institutionalisiert

[BIM] Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin tritt fünf Jahre nach seiner Gründung in die nächste Förderphase ein: Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) werden das BIM für weitere drei Jahre (Beginn 2019 bis Ende 2021) fördern. Ob weitere zwei Jahre einer Grundförderung möglich ist, entscheidet die Evaluation der Arbeit des BIM, die in den nächsten zweieinhalb Jahren durchgeführt wird.

"Bereits 2014 – vor der gesteigerten Fluchtmigration 2015 – haben wir die Gründung des BIM angestoßen. Seitdem ist es zu einer führenden Institution in der Migrationsforschung geworden und hat durch interdisziplinäre Forschungsansätze große Strahlkraft entwickelt. Das interkulturelle Team zeigt auf, wie Fluchtbewegungen entstehen und Integration gelingen kann", erläutert Bernd Knobloch (stellvertretender Vorstandsvorsitzender Gemeinnützige Hertie-Stiftung und Kuratoriumsmitglied BIM). Die Forschung zur Integrationsleistung von Sport mit dem besonderen Fokus auf Fußball wird intensiviert. So wird z. B. auf der Ebene der Identifikation darüber geforscht werden, wie Fußballvereine als Arena für die Identifikationsprozesse mit Deutschland fungieren können.

„Die Verantwortlichen der Fußballorganisation sind sich der besonderen Chance des Fußballsports als Plattform für gelingende Integration bewusst. Gemeinsam mit den Experten des BIM suchen wir, nach der erfolgreichen Integration von vielen Migranten als Sportler/innen, jetzt nach Lösungswegen bei der Integration von Migranten auch in die Führungsebenen der Vereine“, sagt Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes und Kuratoriumsmitglied BIM.

Mit dieser weiteren Förderphase wird die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre gewürdigt und die Förderpartner demonstrieren ihr Vertrauen in die Zukunft des BIM. Das Kuratorium des BIM begleitet dabei die Entwicklung. Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, hat den Kuratoriumsvorsitz übernommen. Die Beauftragte der Bundesregierung und die Bundesagentur für Arbeit fördern das BIM ideell.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz: „Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung ist eine Erfolgsgeschichte. Es hat sich in den letzten fünf Jahren zu einer wichtigen Stimme der deutschen Forschungslandschaft entwickelt. Mit ihm wird die Integrations- und Migrationsforschung deutlich sichtbarer. Deshalb freue ich mich sehr, dass die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und der Deutsche Fußball-Bund das Institut weiter finanzieren.“


Nach dem Aufbau des BIM wird konsolidiert

Die strukturellen Veränderungen des BIM bilden ein neues Fundament für die kommenden Jahre. Das BIM wurde 2018 als Interdisziplinäres Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin institutionalisiert und damit auf Dauer gestellt. Gleichzeitig werden im Rahmen eines Sondertatbestands des Berliner Hochschulvertrags vier unbefristete Professuren am BIM eingerichtet. Durch diese strukturellen Veränderungen wurde die Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität und in Deutschland insgesamt gestärkt.

„Das BIM ist somit auf Dauer gestellt und als ein Interdisziplinäres Zentrum ein genuiner Bestandteil der Humboldt-Universität und auch für weitere Förderpartner offen. Wir bleiben unserem Markenkern treu, hier an der HU die unterschiedlichen Disziplinen und Perspektiven der Integrations- und Migrationsforschung zusammenzuführen.“, so Prof. Dr. Naika Foroutan (Direktorin des BIM).


Kernbereiche der Forschung am BIM

Das BIM wird empirische Forschung in den Kernbereichen „Migration und Flucht“, „Integration in Wirtschaft und gesellschaftliche Strukturen“, „Lebenswelten und Kulturen von Migrantinnen und Migranten“ und „Wandel von Gesellschaft und Demokratie durch Migration“ durchführen. Ein besonderer Fokus wird auf dem Ausbau der Migrationsforschung liegen und hier vor allem der Forschung in den Herkunftsländern, um zu verstehen, aus welchen Motiven, Strukturen und Prozessen Migration entsteht. Darüber hinaus wird die Forschung aus theoretischer Perspektive, wie etwa die Arbeit an der postmigrantischen Theoriebildung, fortgeführt.


Neue Hertie-Professur eingerichtet

Prof. Dr. Herbert Brücker wurde 2018 auf die neu eingerichtete Hertie-Professur für ökonomische Migrations- und Integrationsforschung an die Humboldt-Universität und zugleich als Direktor des BIM berufen. Seine theoretische und empirische Forschung zu den Ursachen und ökonomischen Wirkungen von Migration und Flucht stoßen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der breiten Öffentlichkeit auf große Aufmerksamkeit. Die Professur wird ebenfalls von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gefördert.

„Das BIM ist durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen wie der Soziologie, Psychologie, Kultur-, Sport-, Politikwissenschaften und der Ökonomie zu einem einzigartigen Ort für die Migrations- und Integrationsforschung in Deutschland geworden. Auf Grundlage von breit angelegten Befragungen und anderen Mikrodaten werden wir versuchen, die empirische Forschung zu den grundlegenden Fragen der Migration und Integration weiter zu stärken. Das ist nicht nur für die akademische Gemeinschaft relevant. Unser Anspruch ist es, auf Grundlage unserer Erkenntnisse Politik und Öffentlichkeit evidenzbasiert zu informieren und die öffentlichen Debatten zu versachlichen.“, so Prof. Dr. Herbert Brücker (Direktor des BIM).


Sichtbarkeit durch Veranstaltungen

Das BIM wird weiterhin durch unterschiedliche Veranstaltungsformate wie der „Berlin Lecture“ und Beiträgen in den Medien, die Öffentlichkeit erreichen. Hier spielen auch Netzwerke und Kooperationen eine zentrale Rolle.

„Migration gehört zu den zentralen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Daher ist es ein Anliegen, in den nächsten Jahren, die internationale Sichtbarkeit der transdisziplinären Forschung des BIM zu stärken, indem nachhaltige Kooperationen mit Partnern inner- und außerhalb Europas auf- und ausgebaut werden. Migration in globaler Perspektive mit einem Blick in die konkreten Lebensverhältnisse und –praktiken von Gesellschaften zu verbinden, ist besonders inspirierend und vielversprechend. Dazu gehören auch Themen wie etwa Digitalisierung, Finanzialisierung und Logistik, die nicht immer gleich als Fragen der Migrationsforschung wahrgenommen werden. Es verändern sich daneben die Fremd- und Eigenwahrnehmungen in unseren Gesellschaften, die wir untersuchen werden. So bleibt zu hoffen, auch bisherige Vorstellungen von Mobilität und Migration herausfordern zu können.“, so Prof. Dr. Manuela Bojadžijev (stellvertretende Direktorin des BIM).


Die Zukunft im Blick: BIM und DeZIM arbeiten gemeinsam

Mit über 60 Mitarbeitenden und als Teil der Forschungsgemeinschaft des „Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung“ (DeZIM) wird das BIM in den kommenden Jahren daran arbeiten, dass die Integrations- und Migrationsforschung zu einem etablierten Feld wird und die wichtigen Fragestellungen stets mit einem Blick auf die gesellschaftspolitischen Ereignisse und Diskurse behandelt werden.
 
 

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