Fortschrittliche Strategien zur Aufnahme von Migrant*innen und Geflüchteten: Online-Portal "Moving Cities" startet

Am kommenden Donnerstag, 21. Oktober 2021, startet die Online-Plattform "Moving Cities", ein Mapping, das detaillierte Recherchen über 28 fortschrittliche solidarische Städte und ihre Strategien zur Aufnahme von Migrant*innen und Geflüchteten in zehn europäischen Ländern bietet.

Städte und Gemeinden in ganz Europa zeigen, dass eine andere Migrationspolitik nicht nur möglich ist, sondern bereits stattfindet. Während nationale und EU-geführte politische Reformen seit Jahren in einer Sackgasse stecken, setzen sich bereits mehr als 600 Kommunen von Polen bis Portugal für eine solidarische Migrationspolitik ein, und Dutzende von Städten gehen mit innovativen lokalen Lösungen mit gutem Beispiel voran.

Durch die Hervorhebung guter Beispiele der Migrationspolitik und der Beschreibung  erfolgreicher lokalen Ansätze trägt "Moving Cities" zu einem gegenseitigen Lernprozess bei, der Synergien zwischen Kommunen in ganz Europa ermöglicht. Das Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der einzelnen Kommunen auf lokaler Ebene zu verbessern und die Stimmen der Städte und Städtenetzwerke als politische Akteure in der europäischen Migrationsdebatte zu stärken.

Die Website ist als Instrument für Kommunen und zivilgesellschaftliche Organisationen gedacht, die auf der Suche nach Anregungen und Strategien zur Veränderung ihrer lokalen Migrationspolitik sind. Bislang fehlte ein umfassendes und leicht zugängliches Mapping, das sich auf Schlüsselfaktoren für Kommunen und die Zivilgesellschaft konzentriert. "Moving Cities" bietet daher:

  1. Eine Übersicht über bereits aktive Städte und Netzwerke in ganz Europa
  2. Eingehende Recherchen über 28 fortschrittliche Städte und ihre Strategien in zehn europäischen Ländern
  3. Mehr als 45 inspirierende lokale Ansätze in verschiedenen Politikbereichen: soziale Rechte und Inklusion, Aufnahme und Aufenthaltssicherheit, politische Partizipation, interkulturelle Inklusion und Antirassismus, Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Vernetzung und Lobbyarbeit
  4. Sieben verschiedene Sprachversionen: Englisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Spanisch

Die Idee zu dem Projekt entstand 2019 in einem europäischen Vernetzungsprozess im Rahmen der Palermo Plattform, an dem rund 20 Initiativen beteiligt waren. Verantwortlich für die Umsetzung sind Seebrücke, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung sowie Tesserae, eine Plattform für soziale Stadtforschung. Das Projekt wird von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung kofinanziert.

Am kommenden Donnerstag, 21. Oktober 2021, von 10 bis 14 Uhr findet die begleitende Onlinekonferenz zum Livegang des Portals statt. Neben einer Vorstellung der Website und einzelner Beispiele gelungener Migrationspolitik ist eine Diskussion zu ihrer politischen Bedeutung geplant. Im Anschluss folgen Workshops für kommunale Mitarbeitende, Lokalpolitiker*innen, und Zivilgesellschaft über Wege zur  solidarischen Kommunalpolitik. Die Veranstaltung wird simultan auf Deutsch, Englisch und Griechisch übersetzt werden. Die Veranstaltung findet online mit dem Videokonferenztool "Zoom" statt. Das Programm, den Link zur Veranstaltung und die URL des Portals (ab 21. Oktober 2021) finden Sie hier.