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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Studium

Internationale Studierende werden statistisch in „Bildungsinländer“ und „Bildungsausländer“ unterteilt. Unter „Bildungsinländern“ versteht man Studierende, die über eine (in Deutschland oder im Ausland erworbene) deutsche Hochschulzugangsberechtigung verfügen. Zu den „Bildungsausländern“ zählen Studierende mit einer nicht-deutschen Hochschulzugangsberechtigung, die zum Zweck des Studiums nach Deutschland einreisen sowie Studierende, die im Rahmen des Familiennachzugs einreisen und dann ein Studium in Deutschland aufnehmen.

Die Zuwanderung von internationalen Studierenden nach Deutschland steht weitaus weniger im Fokus der aktuellen Migrationsforschung als die der anderen vier Zuwanderungsgruppen (EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, Geflüchtete, Familiennachzug und Arbeitsmigration aus Drittstaaten). Dabei stellten Studierende, zumindest bis vor Kurzem, im Vergleich zum Familiennachzug und zu Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten aus Drittstaaten, die quantitativ größere Zuwanderungsgruppe dar. Angesichts des demografischen Wandels und des hohen Fachkräftepotenzials der internationalen Studierenden, wird diese Gruppe in Zukunft eine zunehmend wichtigere Rolle in der Politik und Migrationsforschung spielen.

Aktuelle Zahlen

Laut Statistischem Bundesamt 2018 waren im Wintersemester 2017/2018 374 583 internationale Studierende an einer deutschen Hochschule immatrikuliert, der Frauenanteil liegt bei 48,1 %. Von den internationalen Studierenden haben 89 816 Personen (24 %) das Studium im angegebenen Semester begonnen. Insgesamt haben 282.002 Studierende ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben (sog. „Bildungsausländer“). Diese Zahl stieg bis zum Wintersemester 2017/2018 kontinuierlich um etwa 15 000 bis 20 000 Studierende pro Jahr.

Herkunftsländer

Hauptherkunftsländer der im Wintersemester 2017/2018 eingeschriebenen „Bildungsausländer" waren: China (39 541; 10,6 %), Türkei (39 338; 10,5 %) und Indien (17 570; 4,7 %) nach Statistischem Bundesamt 2018.

Laut Wanderungsmonitor 2017 wurden im Jahr 2017 zum Zweck eines Studiums in Deutschland 103 618 Aufenthaltserlaubnisse erteilt, davon 33 021 für Personen, die erstmals im Jahr 2017 nach Deutschland eingereist sind.

Interessant wird in den kommenden Jahren die Entwicklung der Zahlen im Hinblick auf die Studienaufnahme von Geflüchteten sein: diese werden formal der Gruppe der „Bildungsausländer“ zugeordnet. Für die Geflüchtete gelten – bis auf die Regelung des Aufenthaltsstatus – im Studium grundsätzlich dieselben Regelungen wie für andere internationale Studierende. Eine tabellarische Übersicht über die geltenden Regelungen gibt das Kompakt 04/2018 zum Thema Internationale Studierende. Genaue Zahlen dazu, wie viele Geflüchtete an deutschen Universitäten studieren, liegen derzeit nicht vor.

Aufenthaltsbestimmungen

Zur Einreise nach Deutschland benötigen internationale Studierende ein Visum. Ausgenommen hiervon sind Studierende aus folgenden Ländern: Nach § 41 AufenthV aus den EU-Mitgliedstaaten, den EWR-Länder (Island, Norwegen und Liechtenstein), der Schweiz, den USA sowie aufgrund von bilateralen Abkommen aus Monaco, San Marino, Andorra, Honduras, Australien, Israel, Japan, Kanada, die Republik Korea, Neuseeland, Brasilien und El Salvador.

Voraussetzung für die Erteilung eines Visums für internationale Studierende ist eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung, ein Nachweis über die Finanzierung des ersten Studienjahres sowie über den Krankenversicherungsschutz. Zudem ist in der Regel bereits bei Antragstellung ein Nachweis über vorhandene Kenntnisse in der Unterrichtssprache Voraussetzung (Stufe B 2).

Zum 01.08.2017 wurde das Aufenthaltsrecht für Studierende aus Drittstaaten mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthaltsrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union zur Arbeitsmigration (ArbMigraG) neu geregelt. Das Gesetz setzt u. a. die „REST-Richtlinie“ (EU) 2016/801 zum Aufenthalt für Studium, Forschung, Praktika, Freiwilligendienste und ähnliche Zwecke um. Durch die Neuregelung wird Drittstaatsangehörigen, die von einer Hochschule oder vergleichbaren Einrichtung zum Vollzeitstudium zugelassen werden, nun zwingend eine Aufenthaltserlaubnis erteilt (§ 16 Abs. 1 S.1 AufenthG n.F.). Bisher lag die Erteilung im Ermessen der Ausländerbehörde. Die Gültigkeitsdauer beträgt bei der Ersterteilung und bei der Verlängerung mindestens ein Jahr und soll zwei Jahre nicht überschreiten (§ 16 Abs. 2 AufenthG n.F.).

Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Studienbewerbung ist nun in § 16 Abs.7 AufenthG n.F. geregelt und ist – wie schon vor der Umsetzung der Richtlinie – auf maximal neun Monate beschränkt.

Aufenthalt nach Beendigung des Studiums und Zugang zu Arbeitsmarkt

Die Voraussetzungen für den Verbleib in Deutschland und dem Zugang zum Arbeitsmarkt nach Abschluss des Studiums werden zunehmend gelockert. Durch die Neuregelung infolge der REST-Richtlinienumsetzung wird die Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Arbeitssuche nach abgeschlossenem Studium für die Dauer von 18 Monaten verlängert (§ 16 Abs.5 AufenthG n.F.). Bisher stand die Verlängerung im Ermessen der Ausländerbehörden, jetzt besteht ein Anspruch darauf. Neu ist auch die rechtliche Möglichkeit der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nach erfolgreichem Studienabschluss zu jedem anderen Zweck (§ 16 ABs.4 AufenthG n.F.). Die Verlängerung liegt hier im Ermessen der Ausländerbehörde. Vor der Gesetzesänderung war die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck als der Arbeitssuche ausgeschlossen.

Im Jahr 2017 wurden laut Wanderungsmonitor 2017 5 561 Aufenthaltserlaubnisse zur Arbeitsplatzsuche nach Abschluss des Studiums gem. § 16 Abs.5 AufenthG erteilt.

Durch die Neuregelung werden der Aufenthalt für internationale Studierende in Deutschland und auch der Studienortswechsel innerhalb von EU-Staaten erleichtert.

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