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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Internationale Studierende

Die Zuwanderung von internationalen Studierenden nach Deutschland steht weitaus weniger im Fokus der aktuellen Migrationsforschung als die der anderen vier Zuwanderungsgruppen (EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, Geflüchtete, Familiennachzug und Arbeitsmigration aus Drittstaaten). Dabei stellten Studierende, zumindest bis vor Kurzem, im Vergleich zum Familiennachzug und zu Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten aus Drittstaaten, die quantitativ größere Zuwanderungsgruppe dar. Angesichts des demografischen Wandels und des hohen Fachkräftepotenzials der internationalen Studierenden, wird diese Gruppe in Zukunft eine zunehmend wichtigere Rolle in der Politik und Migrationsforschung spielen.

Aktuelle Zahlen

Laut Statistischem Bundesamt 2018 waren im Wintersemester 2017/2018 374 583 internationale Studierende an einer deutschen Hochschule immatrikuliert, der Frauenanteil liegt bei 48,1 %. Von den internationalen Studierenden haben 89 816 Personen ihr Erststudium im angegebenen Semester begonnen.

In den letzten Jahren ist die Zahl der internationalen Studierenden stetig gestiegen. Im Wintersemester 2012/2013 studierten noch 282 201 Personen ohne deutschen Pass in Deutschland. Diese Zahl stieg bis zum Wintersemester 2017/2018 kontinuierlich um etwa 15 000 bis 20 000 Studierende pro Jahr.

Herkunftsländer

Hauptherkunftsländer der im Wintersemester 2017/2018 eingeschriebenen internationalen Studierenden waren: China (39 541 309; 10,6 %), Türkei (39 338; 10,5 %) und Indien (17 570; 4,7 %) nach Statistischem Bundesamt 2018.

Den Zahlen des BAMF-Wanderungsmonitoring 2017 zufolge wurden 2017 insgesamt 103 618 Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck eines Studiums oder Studienvorbereitung in Deutschland erteilt, 33 021 an Personen, die erstmals im Jahr 2017 nach Deutschland eingereist sind. Im ersten Halbjahr 2018 lag die Zahl der erteilten Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck eines Studiums oder Studienvorbereitung bei 58 292, wovon 10 737 an Personen erteilt worden sind, die 2018 nach Deutschland eingereist sind.

Interessant wird in den kommenden Jahren die Entwicklung der Zahlen im Hinblick auf die Studienaufnahme von Geflüchteten sein. Für die Geflüchtete gelten – bis auf die Regelung des Aufenthaltsstatus – im Studium grundsätzlich dieselben Regelungen wie für andere internationale Studierende. Eine tabellarische Übersicht über die geltenden Regelungen gibt das Kompakt 04/2018 zum Thema Internationale Studierende. Genaue Zahlen dazu, wie viele Geflüchtete an deutschen Universitäten studieren, liegen derzeit nicht vor.

Aufenthaltsbestimmungen

Zur Einreise nach Deutschland benötigen internationale Studierende ein Visum. Ausgenommen hiervon sind Studierende aus folgenden Ländern: Nach § 41 AufenthV aus den EU-Mitgliedstaaten, den EWR-Länder (Island, Norwegen und Liechtenstein), der Schweiz, den USA sowie aufgrund von bilateralen Abkommen aus Monaco, San Marino, Andorra, Honduras, Australien, Israel, Japan, Kanada, die Republik Korea, Neuseeland, Brasilien und El Salvador.

Voraussetzung für die Erteilung eines Visums für internationale Studierende ist eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung, ein Nachweis über die Finanzierung des ersten Studienjahres sowie über den Krankenversicherungsschutz. Zudem ist in der Regel bereits bei Antragstellung ein Nachweis über vorhandene Kenntnisse in der Unterrichtssprache Voraussetzung (Stufe B 2).

Zum 01.08.2017 wurde das Aufenthaltsrecht für Studierende aus Drittstaaten mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthaltsrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union zur Arbeitsmigration (ArbMigraG) neu geregelt. Das Gesetz setzt u. a. die „REST-Richtlinie“ (EU) 2016/801 zum Aufenthalt für Studium, Forschung, Praktika, Freiwilligendienste und ähnliche Zwecke um. Durch die Neuregelung wird Drittstaatsangehörigen, die von einer Hochschule oder vergleichbaren Einrichtung zum Vollzeitstudium zugelassen werden, nun zwingend eine Aufenthaltserlaubnis erteilt (§ 16 Abs. 1 S.1 AufenthG n.F.). Bisher lag die Erteilung im Ermessen der Ausländerbehörde. Die Gültigkeitsdauer beträgt bei der Ersterteilung und bei der Verlängerung mindestens ein Jahr und soll zwei Jahre nicht überschreiten (§ 16 Abs. 2 AufenthG n.F.).

Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Studienbewerbung ist nun in § 16 Abs.7 AufenthG n.F. geregelt und ist – wie schon vor der Umsetzung der Richtlinie – auf maximal neun Monate beschränkt.

Aufenthalt nach Beendigung des Studiums und Zugang zu Arbeitsmarkt

Die Voraussetzungen für den Verbleib in Deutschland und dem Zugang zum Arbeitsmarkt nach Abschluss des Studiums werden zunehmend gelockert. Durch die Neuregelung infolge der REST-Richtlinienumsetzung wird die Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Arbeitssuche nach abgeschlossenem Studium für die Dauer von bis zu 18 Monaten verlängert (§ 16 Abs.5 AufenthG n.F.). Bisher stand die Verlängerung im Ermessen der Ausländerbehörden, jetzt besteht ein Anspruch darauf. Neu ist auch die rechtliche Möglichkeit der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nach erfolgreichem Studienabschluss zu jedem anderen Zweck (§ 16 ABs.4 AufenthG n.F.). Die Verlängerung liegt hier im Ermessen der Ausländerbehörde. Vor der Gesetzesänderung war die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck als der Arbeitssuche ausgeschlossen.

Im Jahr 2017 wurden laut BAMF-Wanderungsmonitoring 2017 5561 Aufenthaltserlaubnisse zur Arbeitsplatzsuche nach Abschluss des Studiums gemäß § 16 Abs. 5 AufenthG erteilt. Im ersten Halbjahr 2018 lag die Zahl der erteilten Aufenthaltserlaubnisse zum Zweck der Arbeitsplatzsuche nach dem Studium bei 3434.

Durch die Neuregelung werden der Aufenthalt für internationale Studierende in Deutschland und auch der Studienortswechsel innerhalb von EU-Staaten erleichtert.

Veröffentlichungen der Fachstelle zum Thema

IQ Fachstelle Einwanderung, 2018: Internationale Studierende in Deutschland - Zugang zu Studium und Arbeitsmarkt. Kompakt 04/2018.

IQ Fachstelle Einwanderung, 2017: Zugang zu Ausbildung für Geflüchtete. Kompakt 12/2017.

IQ Fachstelle Einwanderung, 2017: Zugang zu Ausbildungsförderung für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger. Kompakt 07/2017.

IQ Fachstelle Einwanderung, 2017: Zugang zu Ausbildungsförderung für Drittstaatsangehörige. Kompakt 07/2017.

Weiterführende Literatur

Apolinarski, B., Brandt, T. 2018: Ausländische Studierende in Deutschland 2016. Ergebnisse der Befragung bildungsausländischer Studierender im Rahmen der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Europäisches Migrationsnetzwerk (EMN), 2019: Anwerbung und Bindung von internationalen Studierenden in Deutschland. Studie der nationalen Kontaktstelle des Europäischen Migrationsnetzwerks (EMN). Nürnberg.

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