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Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Fachforen

Die Fachforen zielen darauf ab, den Austausch und wechselseitigen Wissenstransfer zwischen Akteuren der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu ermöglichen. Gleichzeitig werden die aktuellen Diskurse zum Thema aufgenommen und weitergetrieben sowie Synergien in der Ansprache von Unternehmen und Gremien auf Landesebene befördert. 

Förderung des Austauschs zwischen verschiedenen Arbeitsmarktakteuren

Anfang dieses Jahres nahmen die IQ Beratungsstellen „Faire Integration“ ihre Arbeit auf. Seitdem beraten sie Menschen mit Fluchthintergrund zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragestellungen. Im Rahmen der Jahrestagung „Faire Integration für Geflüchtete im Förderprogramm IQ“ wird die bisherige Entwicklung der Beratungsarbeit vor Ort vorgestellt. Dabei geht es insbesondere darum, mit welchen Fragestellungen die Ratsuchenden in die Beratung kommen und inwieweit ihnen dort weitergeholfen werden kann.

Zu Beginn der Veranstaltung stellt Dr. Carola Burkert vom IAB in ihrem Vortrag aktuelle, genderspezifische Entwicklungen, Trends und Herausforderungen bezüglich der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten vor. Dabei wird deutlich, dass die Integration geflüchteter Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt zwar insgesamt vorangeht, es dabei jedoch deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Letztere sind weiterhin stark unterrepräsentiert, das gilt auch in Bezug auf ihre Teilnahme an Angeboten und Maßnahmen zur Arbeitsmarktförderung.

Im Anschluss präsentiert Dr. Heidrun Czock von ebb in ihrem Vortrag den aktuellen Stand der Beratungen im Rahmen von „Faire Integration“. Dabei geht sie insbesondere darauf ein, wie sich die Beratungszahlen im Laufe des Jahres entwickelt haben und zu welchen Themen die Beratungen stattfinden. Des Weiteren stellt sie dar, aus welchen Hauptherkunftsländern die Ratsuchenden kommen, in welchen Branchen sie beschäftigt sind und wie sie Zugang zu der Beratungsstelle finden. Sie betont dabei auch die Bedeutung der präventiven Arbeit in diesem Bereich. So bieten alle 16 Beratungsstellen neben der Einzelberatung auch Gruppeninformationsveranstaltungen zu Fragen rund um das Thema Arbeiten in Deutschland für Geflüchtete an.

Im zweiten Teil der Tagung diskutieren Expertinnen und Experten darüber, wie die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen derzeit vor Ort verläuft, welche positiven und ggf. auch negativen Entwicklungen in diesem Kontext aktuell zu beobachten sind und welche Hürden und Herausforderungen sich daraus ergeben. Dabei wird deutlich, dass geflüchtete Menschen zahlreiche Kompetenzen und Qualifikationen mitbringen, die derzeit jedoch kaum genutzt werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass Geflüchtete, auch wenn viele von ihnen schnell arbeiten möchten, nicht langfristig im niedrigqualifizierten und –entlohnten Bereich verbleiben. Hierbei ist eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen relevanten Akteure, Agenturen und Jobcenter, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Beratungsstellen etc. von entscheidender Bedeutung.

Das gesamte Program der Jahrestagung finden sie hier.

Fachforum 6 „Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt - Bedingungen für eine gelingende Integration“

Viele der in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchteten Menschen sind mittlerweile auf dem hiesigen Arbeitsmarkt angekommen. Welche Bedingungen sie dort vorfinden und vor welchen Herausforderungen sie und die involvierten Akteure, insbesondere in Bezug auf eine faire Arbeitsmarktintegration, stehen, diskutieren Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis im Rahmen des Fachforum 6 am 14. Juni 2018 in Berlin.

Dr. David Schiefer vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) stellt die Ergebnisse einer qualitativen Studie zu Lebenslagen und Teilhabeperspektiven geflüchteter Menschen in Deutschland aus deren Perspektive vor. Im Anschluss berichten Beraterinnen und Berater der neuen IQ Programmlinie „Faire Integration“ über erste Erfahrungen aus der Beratungsarbeit vor Ort. Gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren sie darüber, welche Unterstützung das neue Beratungsangebot leisten kann, was darüber hinaus notwendig ist und welche weiteren Akteure vor Ort eine entscheidende Rolle spielen, damit eine Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu fairen Bedingungen gelingt. Dabei wird u. a. darauf hingewiesen, dass die Situation geflüchteter Frauen hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration bzw. des Zugangs zum Arbeitsmarkt sich z. T. erheblich von der geflüchteter Männer unterscheidet. Diesbezügliche spezifische Bedarfe auch in Bezug auf die Ansprache und Erreichung der Frauen sind deshalb dringend zu berücksichtigen.

 

Fachforum 5 "Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – fair gestalten!"

Der Großteil der nach Deutschland geflüchteten Frauen und Männer ist hochmotiviert, am hiesigen Arbeitsmarkt zu partizipieren. Viele waren bereits in ihrem Herkunftsland erwerbstätig und verfügen über berufliche Kompetenzen und Qualifikationen. Dennoch ist der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt für Geflüchtete mit hohen Hürden verbunden. Eine qualifikationsentsprechende Tätigkeit zu finden, gelingt nur den wenigsten. Unter dem Druck, schnell Geld verdienen zu müssen, akzeptieren sie häufig Arbeitsverhältnisse unter zum Teil prekären Bedingungen. Dazu kommt, dass ihnen ihre Arbeitsrechte nur selten bekannt sind. 

Im Rahmen des Fachforums 5 am 14.11.17 diskutieren Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis darüber, wie eine faire Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt gelingen kann und was genau damit gemeint ist. Im Vordergrund stehen dabei folgende Fragen:

  • Qualifizierung versus Schnelleinstieg in den Arbeitsmarkt - Wie lässt sich beides miteinander verbinden? Welche Angebote und Maßnahmen gibt es hierzu und welche Bedarfe bestehen?
  • Kann die Leiharbeit, in der derzeit jeder 5. Beschäftige mit Fluchthintergrund tätig ist, als Brücke in ein anderes Arbeitsverhältnis fungieren? Oder wird sie für Geflüchtete zu einer Sackgasse, da sie mehrheitlich auf Kurzfristigkeit und Flexibilität ausgerichtet ist und überwiegend in Helfertätigkeiten vermittelt?  

In Bezug auf die Rolle der Leiharbeit kommen die Teilnehmenden zu dem Schluss, dass diese ein positiver Zwischenschritt im Rahmen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten sein kann, vor allem da der Zugang zu vielen Bereichen des Arbeitsmarktes, u. a. im Helferbereich, heute nur noch über Leiharbeit möglich ist. Insbesondere in Bezug auf die vielen jungen Menschen, die in Deutschland Schutz gesucht haben, darf sie aber nur eine Ausnahme darstellen. Hier sollte eine Ausbildung eindeutig im Vordergrund stehen, da diese langfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Erwerbschancen führt.

Um die Arbeitsmarktintegration fair zu gestalten und zu verhindern, dass Geflüchtete längerfristig in niedrigqualifizierten Beschäftigungsverhältnissen verbleiben, spielt Qualifizierung eine entscheidende Rolle. Häufig steht diesem derzeit meist noch sehr langen Weg der Wunsch, schnell Geld zu verdienen, entgegen. Aus Sicht der Teilnehmenden muss mit der Integration in den Arbeitsmarkt so früh wie möglich begonnen werden, der Spracherwerb und die Feststellung und Anerkennung vorhandener Kompetenzen und Qualifikationen sind dabei von zentraler Bedeutung. Um bestehende Angebote und Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten vor Ort besser nutzen zu können, müssen diese zum Teil noch mehr an den Bedarfen der Zielgruppe ausgerichtet bzw. noch mehr differenziert werden.

Die Arbeitsmarktintegration schutzsuchender Menschen, bei der Deutschland derzeit noch am Anfang steht, stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine große Chance dar. Der Zugang zu Bildung muss hierbei eine ebenso bedeutende Rolle spielen wie die Arbeitsaufnahme selbst. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der jüngeren Geflüchteten.

Die Präsentationen von Dr. Wido Geis vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Alexander Shahatit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Beitrag von Norbert Grehl-Schmitt vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück zur Frage "Leiharbeit – eine Chance für schutzsuchende Menschen?" sowie das Programm zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen.

Fachforum 4 "Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – spezifische Herausforderungen für Frauen?"

Zu den Qualifikationen, Kompetenzen und Erwerbsaspirationen geflüchteter Frauen gibt es bisher nur wenige Erkenntnisse. Viele Integrationsangebote der öffentlichen Stellen erreichen vorrangig männliche Geflüchtete. Welche spezifischen Maßnahmen und Initiativen gibt es derzeit und welche wären nötig, um gezielt die Teilhabe geflüchteter Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern? Welche unterschiedlichen Erwartungen und Ziele haben die Frauen selbst und inwiefern werden diese berücksichtigt? Welche Erfahrungen machen Unternehmen, kommunale Projekte und Hochschulen bei der Umsetzung der Integrationsangebote für geflüchtete Frauen auf der Praxisebene?

Diese und weitere Fragen diskutieren die Teilnehmenden des Fachforums 4 am 26. April 2017 gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis. Neben einer verstärkten geschlechtsspezifischen Ausgestaltung der Arbeitsmarktintegrationsangebote und einer verbesserten Verzahnung der konzeptionellen Bausteine, werden insbesondere individuelle, kreative Lösungsansätze und ein auf Respekt und Anerkennung beruhender Umgang mit der Zielgruppe gefordert.  

Hier können Sie die Präsentationen von Dr. Yuliya Kosyakova vom IAB und Prof. Dr. Matthias Knuth von der Universität Duisburg-Essen sowie das Programm der Veranstaltung und ein Working Paper der Fachstelle Einwanderung zum Thema herunterladen.

Aus den Diskussionen und Beiträgen des Fachforums entstand die Publikation:

Christian Pfeffer-Hoffmann (Hrsg.): Profile der Neueinwanderung 2017. Spezifische Herausforderungen der Arbeitsmarkintegration geflüchteter Frauen. Mensch und Buch Verlag.

 

Inwiefern sich die aktuellen Gesetze und Handlungsempfehlungen auf den Zugang von Geflüchteten zum Arbeitsmarkt auswirken, diskutiert die Fachstelle Einwanderung im Rahmen des Fachforums 3 am 19. September 2016 gemeinsam mit Expertinnen und Experten.

In den drei Hearings geht es u. a. darum, inwiefern die sogenannte 3 + 2 - Regelung in der Praxis tatsächlich dazu führt, dass mehr geduldete Menschen eine Ausbildung beginnen und wie und mit welchem Ziel die neu eingeführte Wohnsitzauflage in den einzelnen Kommunen umgesetzt wird. 

Das Programm finden Sie hier.

Die Präsentation zum Vortrag von Dr. Carola Burkert finden Sie hier.

Die einzelnen Hearings können Sie im Folgenden nachhören. Wiedergabe funktioniert am besten mit dem Webbrowser Chrome.

Hearing I: Aktuelle Gesetze, Modelle und Empfehlungen – Zugang zum ArbeitsmarktHeinrich Alt und Robert Bosch (Expertenkommission), Martin Link (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein), Stephan Felisiak (Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg), Vanessa Ahuja (BMAS)

Hearing II: Aktuelle Gesetze, Modelle und Empfehlungen – Zugang zu Ausbildung und StudiumDr. Carola Burkert (IAB), Matthias Anbuhl (DGB), Dr. Kirsten Kielbassa-Schnepp (ZDH), Klaus Weber (BIBB)

Hearing III: Aktuelle Gesetze, Modelle und Empfehlungen – Auswirkungen der Wohnsitzauflage auf die IntegrationMichael van der Cammen (Bundesagentur für Arbeit), Prof. Dr. Thomas Bauer (Rheinisch-Westfälisches Institut)

Am 23. Mai 2016 veranstaltet die Fachstelle Einwanderung das zweite Fachforum "Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten" im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Akteure aus den BMAS-Programmen "Integration durch Qualifizierung (IQ)" und "Integration von Asylbewerberinnen, Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)" sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Kammern, Ministerien, Förderinstitutionen und weiteren Organisationen treffen zusammen, um über mögliche Integrationswege von Geflüchteten in den ersten Arbeitsmarkt zu diskutieren sowie bisherige Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt dabei auf der gemeinsamen Entwicklung von Qualitätsstandards für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.

In Arbeitsgruppen setzen sich die Teilnehmenden mit den diesbezüglichen Anregungen der Fachstelle Einwanderung auseinander und ergänzen diese basierend auf ihren Erfahrungen aus der Praxis, wobei auch länderspezifische Sichtweisen berücksichtigt werden.

Das Programm des Fachforums finden Sie in hier.

Die Vorträge der Referentinnen und Referenten finden Sie hier:

Barbara Schmidt, Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, BMAS

Petra Wlecklik, Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Sprachkurse für Geflüchtete, IGM

Claudius Voigt, Integration durch Ausschluss?

Dr. Lena Arends, Jan Dannenbring, Silvia Rager, Erfolgreich kooperieren – Wege in Ausbildung für Flüchtlinge, BA, BMBF, ZDH

Carolin Ruppert, Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", DIHK

Ulrike Stodt, Qualifizierung von Flüchtlingen bei der Deutschen Bahn

Das erste Fachforum findet am 10.11.2015 in Berlin statt.

Das Programm des Fachforums 2015 zum Thema "Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen" können Sie sich hier ansehen. 

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