Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Qualifizierungen im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Wer einen ausländischen Berufsabschluss hat, kann an einer der über 130 Qualifizierungen des Förderprogramms teilnehmen. Die Qualifizierungen werden als Kurse oder direkt im Betrieb durchgeführt – je nach Inhalt und Beruf. Mit den IQ Qualifizierungen unterstützt das Förderprogramm IQ Menschen dabei, eine Stelle in dem Beruf zu finden, den sie auch gelernt haben. Sofern kein Antrag auf berufliche Anerkennung gestellt oder der Antrag abgelehnt wurde, können gleichwohl mit den Qualifizierungsangeboten die Chancen auf eine berufliche Eingliederung erhöht werden.

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Viele der IQ Qualifizierungen setzen da an, wo das Anerkennungsverfahren aufhört. Nämlich dann, wenn die anerkennende Stelle im Verfahren zu dem Ergebnis kommt, dass zwischen der ausländischen Qualifikation und dem deutschen Referenzberuf "wesentliche Unterschiede" bestehen. Die IQ Qualifizierungen vermitteln das nötige Wissen und die Fähigkeiten, um diese Unterschiede auszugleichen. Dieser Ausgleich ist Voraussetzung für eine vollständige Berufsanerkennung. In reglementierten Berufen wie Arzt / Ärztin oder in Krankenpflege und Erziehung ist er notwendige Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. 

Zuständige Stelle, reglementierter und nicht-reglementierte Beruf – Sie fragen sich, was das alles ist? Lesen Sie hier mehr über das Anerkennungsverfahren. 

Reglementierte Berufe

In reglementierten Berufen – das sind zum Beispiel viele Gesundheits-, Sozial- oder Lehrberufe – bietet IQ unter anderem Vorbereitungskurse auf eine Kenntnisprüfung, Eignungsprüfung oder sogenannte Anpassungslehrgänge.  

Nicht-reglementierte Berufe

In nicht-reglementierten Berufen – etwa den dualen Ausbildungsberufen wie Bürokaufmann/-frau, Elektroni-ker/-in und andere – bietet IQ sogenannte Anpassungsqualifizierungen an. Dabei arbeitet IQ in der Regel mit Betrieben und – je nach Beruf – der Handwerkskammer (HWK) oder der Industrie- und Handelskammer (IHK) zusammen.

Außerdem gilt für nicht-reglementierte Berufe: Menschen, deren Antrag auf Anerkennung abgelehnt wurde ("negativer Bescheid") oder deren Antrag von vorne herein wenige Chancen hat ("negative Prognose"), können an einer Externenprüfung teilnehmen. Über diese Prüfung erwirbt man einen deutschen Abschluss. Das Förderprogramm IQ bietet Kurse zur Vorbereitung auf die Externenprüfung.

Brückenmaßnahmen für Akademikerinnen und Akademiker

Wer einen akademischen Studienabschluss in einem nicht-reglementierten Beruf hat (so wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie oder Germanistik), muss keinen Antrag auf Anerkennung zu stellen. Für diese Akademikerinnen und Akademiker bietet das Förderprogramm IQ sogenannte Brückenmaßnahmen an. Sie vermitteln Sprach- oder Fachwissen und erleichtern den bildungsadäquaten Berufseinstieg. Bei den Brückenmaßnahmen kooperiert IQ häufig mit Hochschulen und Universitäten.

Aktuell richten sich die meisten IQ Qualifizierungen an Menschen in den Gesundheitsberufen, die reglementiert sind. Das sind zum Beispiel Vorbereitungskurse auf die Kenntnisprüfung oder auf die Sprachprüfung für Ärztinnen und Ärzte.

In über 130 Projekten erprobt und entwickelt das Förderprogramm IQ aber auch für andere Berufe laufend Modellansätze für Qualifizierungen im Kontext des Anerkennungsgesetzes – ein neues Weiterbildungsfeld, das erst 2012 mit der Verabschiedung des Anerkennungsgesetzes entstanden ist.

Fast alle Qualifizierungsangebote vermitteln auch berufsbezogene Deutschkenntnisse.

Übrigens: Die Angebote von IQ sind unabhängig von Aufenthaltstitel und Staatsangehörigkeit. Auch Flüchtlinge und Asylsuchende können an den Qualifizierungen teilnehmen.

IQ Qualifizierungen sind kostenlos

Die Teilnahme an den IQ Qualifizierungen ist kostenlos. Für Personen, die staatliche Förderleistungen (zum Beispiel nach dem SGB II oder III) bekommen, kann der Staat bestimmte Kosten übernehmen – wie Unterrichtsmaterial oder Fahrtkosten. Das Förderprogramm IQ kann diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen für Menschen übernehmen, die keine staatlichen Förderleistungen erhalten.

Virtuelles Lernen

Einige Kurse werden in weiten Teilen online durchgeführt. Sie eignen sich deshalb gut für eine berufsbegleitende Teilnahme.

IQ Qualifizierungen im Portal KURSNET

Wenn Sie mehr über Teilnahmevoraussetzungen, Anforderungen und Inhalte der Qualifizierungen erfahren möchten, wenden Sie sich direkt an das verantwortlichen IQ Teilprojekt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt Sie mit dem Internetportal KURSNET bei der Suche nach dem passenden Bildungsangebot.

Hier finden Sie die direkten Links zu den KURSNET Ergebnissen für die "Berufsfelder". Berufsfelder sind jeweils Gruppen von Berufen aus einem Tätigkeits-Umfeld, z.B. Büro-Berufe, Gesundheits-Berufe, handwerkliche und technische Berufe oder IT-Berufe.

Die einzelnen Module für eine gezielte Qualifizierung können ebenfalls bei KURSNET abgerufen werden.

IQ Fachstelle Beratung und Qualifizierung

Die IQ Fachstelle Beratung und Qualifizierung unterstützt und begleitet die Träger der Qualifizierungsmaßnahmen. Sie organisiert Foren für Vernetzung und Austausch, bietet Materialien, Schulungen und Aktivitäten zur Qualitätsentwicklung und -sicherung.

Erklärungen zu einigen Fachbegriffen

Kenntnisprüfung (reglementierte Berufe)

Mit der Kenntnisprüfung können "wesentliche Unterschiede" zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und dem deutschen Referenzberuf ausgeglichen werden. Es wird geprüft, ob der oder die Antragstellerin die zur Ausübung des Berufs erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten hat. Die Inhalte der Prüfung stammen aus den wesentlichen Kernfächern der Berufsausbildung. Zusätzlich kann ein weiteres Fach oder ein Querschnittsthema abgeprüft werden, in dem wesentliche Unterschiede festgestellt wurden. Die Kenntnisprüfung wird in reglementierten Berufen angewandt.

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Eignungsprüfung (reglementierte Berufe)

Mit der Eignungsprüfung können "wesentliche Unterschiede" zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und dem deutschen Referenzberuf ausgeglichen werden. Es werden nur die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten geprüft, die die zuständige Stelle für den Ausgleich der "wesentlichen Unterschiede" im Bescheid festgelegt hat. Die Eignungsprüfung wird in reglementierten Berufen angewandt.

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Anpassungslehrgang (reglementierte Berufe)

Im Rahmen eines Anpassungslehrgangs übt der oder die Antragstellerin unter Verantwortung einer oder eines qualifizierten Berufsangehörigen einen reglementierten Beruf praktisch aus. Der Anpassungslehrgang kann mit einer theoretischen Zusatzausbildung einhergehen. Ein Anpassungslehrgang greift ausschließlich fehlende oder nicht nachgewiesene Berufsqualifikationen auf der Grundlage des Bescheids auf.

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Anpassungsqualifizierung (nicht-reglementierte Berufe)

Als Anpassungsqualifizierung bezeichnet man eine Ausgleichsmaßnahme im nicht reglementierten Bereich. Eine Ausgleichsmaßnahme ist eine Maßnahme – zum Beispiel ein Kurs – um die im Bescheid festgestellten wesentlichen Unterschiede nachzuholen. Nach Durchlaufen der Anpassungsqualifizierung muss ein Folgeantrag gestellt werden, um die volle Gleichwertigkeit bescheinigt zu bekommen.

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Externenprüfung (nicht-reglementierte Berufe)

Durch eine Externenprüfung können auch Personen, die keine Auszubildenden sind, einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf erwerben, wenn sie in diesem Bereich bereits tätig waren. Für die Zulassung zur Externenprüfung müssen bei einem dreijährigen Ausbildungsberuf 4,5 Jahre Berufserfahrung nachgewiesen werden, bei einem zweijährigen Ausbildungsberuf drei Jahre. Neben Ausbildungszeiten in anderen Ausbildungsberufen werden auch ausländische Abschlüsse und Berufserfahrung im Ausland berücksichtigt.

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Brückenmaßnahme (nicht-reglementierte Berufe)

Brückenmaßnahmen dienen nicht dem Ausgleich wesentlicher Unterschiede und stehen dementsprechend nicht in einem direkten Zusammenhang mit einem Anerkennungsverfahren. Ziel einer solchen Qualifizierung ist die Verbesserung der Chancen zur Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Das Förderprogramm IQ bietet Brückenmaßnahmen ausschließlich für nicht-reglementierte akademische Berufe an. Es werden sprachliche und fachliche Inhalte vermittelt.

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