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inklusiv Bericht aus der Praxis und Interview mit Sandra Scheibe, stellvertretende Koordinatorin im IQ Netzwerk Sachsen

Kurze Dienstwege für optimale Vernetzung

Der Workshop ist ein Konzept zur Vernetzung der örtlichen Partner der Regelinstitutionen zum Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Neuzugewanderten.

Ausgangslage/Herausforderung

Für die Arbeitsmarkintegration von Geflüchteten und Neuzugewanderten ist eine enge Zusammenarbeit und idealerweise eine Vernetzung aller beteiligten kommunalen Institutionen notwendig. Wichtige Akteure sind dabei die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter und deren gemeinsame Arbeitgeberservices, das BAMF, die Migrationsberatung, die Zentralen Ausländerbehörden, die Sozialämter und die Volkshochschulen. Basis der Zusammenarbeit ist ein gegenseitiges Kennen und ein Wissen über Aufgaben und Verantwortlichkeiten der einzelnen Partner. Optimal ist auch ein persönlicher Kontakt, um die Hemmschwellen für beiderseitiges Nachfragen gering zu halten. Um neue Strukturen zu schaffen, wurde das Konzept „Regionalworkshop“ im Rahmen des Projekts „Interkulturelle Öffnung über Fachaustausch zwischen Akteursgruppen“ im IQ Netzwerk Sachsen initiiert.

Umsetzung des Konzepts

Damit Integrationsprozesse effizient gestaltet werden, müssen alle kommunalen Akteure einer Region gefunden und mit ihren Aufgaben identifiziert werden. Zum Teil bestehen vor Ort bereits Kooperationen, so dass die Herstellung der Kontakte leichter gelingt. Das Konzept „Regionalworkshop“ bildet die Basis, damit sich alle beteiligten Akteure gemeinsam mit den Anforderungen und Prozessen beschäftigen und Lösungen finden. Welche Personen und Institutionen wichtige Partner für die Zusammenarbeit darstellen, kann im Rahmen des Konzepts für jede Kommune oder Region individuell festgelegt werden. Den Kern des Netzwerkes bilden im besten Fall alle Akteure der Regeleinrichtungen, die per gesetzlichen Auftrag für die wesentlichen Schritte der Integration verantwortlich sind. Unter denen sollten sich ein oder mehrere Partner als Organisatoren finden und die weiteren Schritte im Rahmen eines Regionalworkshops planen. Empfehlenswert für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist es, die Größe der Gruppe auf maximal 20 bis 25 Personen zu begrenzen.

Von großer Bedeutung ist außerdem die Teilnahme von entscheidungsbefugten Personen der Institutionen. Damit Vernetzung in einer Stadt oder einer Region entstehen kann, sollten alle wichtigen Partner und Institutionen regelmäßig an einem Tisch zusammenkommen. Dort tauschen sie sich über ihre Anliegen aus und legen gemeinsam fest, welche Ziele in einem Regionalworkshop erreicht werden sollen. In Form von Matrizen, Schaubildern und Tabellen werden die komplexen Informationen systematisch zu gemeinsamen Verantwortungen zusammengetragen und daraus ein Schnittstellenpapier mit Zuständigkeiten, Kontaktdaten und Ansprechpartnern erstellt.

Fazit

Der erste, in Leipzig initiierte, Regionalworkshop ist zu einer regelmäßigen Austauschrunde geworden. Die kommunalen Akteure haben die Vorteile erkannt, organisieren sich selbst und legen eigene Themenschwerpunkte fest, so dass sich die impulsgebenden Mitarbeitenden des IQ Projekts nach und nach daraus zurückziehen konnten. In der Gruppe hat sich ein „Wir-Gefühl“ entwickelt, das kurze Dienstwege und das Arbeiten „Hand in Hand“ beinhaltet.

Adressaten für Transfer:

Mitarbeitende aus Agenturen für Arbeit und Jobcentern sowie allen weiteren Regelinstitutionen

Konzept Regionalworkshop:

Der Regionalworkshop ist ein Konzept zur Vernetzung der örtlichen Partner der Regelinstitutionen zum Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Neuzugewanderten. Es werden verbindliche Vereinbarungen getroffen, die schnell und unkompliziert zu Verbesserungen der Zusammenarbeit, gegenseitigem Informationsaustausch und zur Gestaltung der Arbeitsmarktintegration beitragen. Durch die enge Vernetzung werden die relevanten Prozesse beschleunigt.  

Projekt:

Interkulturelle Öffnung über Fachaustausch zwischen Akteursgruppen

Träger:

Intelligenz System Transfer Dresden (IST)

Projektansprechpartnerin:

Anja Stephan, Wiener Straße 73, 01219 Dresden, Tel.: 0351/41 61 345, stephan(at)prozesskette-sachsen.de