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inklusiv Beispielen und Interview mit Cristina Torres Mendes, Ansprechpartnerin im Projekt „migration.works“ Hannah Ott, Mitarbeiterin im Projekt „Anerkennungsberatung Augsburg“ bei MigraNet – IQ Netzwerk Bayern

Barrieren abbauen – Zugänge schaffen

Sechs Praxishandreichungen unterstützen beim Abbau von Hürden im Beratungsgespräch.

Ausgangslage/Herausforderung

In ihrem Bestreben, modern, effektiv und kundenorientiert zu agieren, stehen Arbeitsverwaltungen angesichts einer mehrsprachigen Bevölkerung vor großen Herausforderungen. Wichtig ist dabei eine erfolgreiche Kommunikation mit Kund*innen zu gewährleisten und insbesondere sprachliche Zugangsbarrieren zu  reduzieren. Sowohl von Kund*innen mit Migrationshintergrund als auch von Mitarbeiter*innen der Arbeitsagenturen und Jobcenter wird sprachliche Verständigung als entscheidendes Moment für eine diskriminierungsfreie, ideale Arbeitsvermittlung erkannt. Um Barrieren abzubauen und migrationsspezifische Beratungskompetenz von Mitarbeitenden der Arbeitsverwaltung zu fördern, wurden sechs Praxishandreichungen entwickelt. Diese entstanden im Rahmen des Projekts „migration.works – Diskriminierung erkennen und handeln!“, das seit 2011 im IQ Netzwerk Hamburg - NOBI Interkulturelle Schulungen für Mitarbeiter*innen der Arbeitsagenturen und Jobcenter durchführt.

Umsetzung des Instruments

Die Entwicklung der Arbeitsmaterialien basierte auf den Einblicken in die Praxis von Arbeitsabläufen verschiedener Abteilungen der Arbeitsverwaltung und war für die Projektverantwortlichen von großer Bedeutung. Konzeptionell war es besonders wichtig, dass die Produkte praxisorientiert, passgenau und transferfähig sind. Dazu trugen vor allem die engen Abstimmungen mit den Arbeitsverwaltungen bei. Diese unterstützte die Projektverantwortlichen dabei, die Bedarfe exakt abzufragen, im Arbeitsalltag der Arbeitsverwaltung zu hospitieren und eine qualitätssichernde Begleitgruppe einzurichten. Die sechs entwickelten Praxishandreichungen mit den Kernthemen Kommunikation, einfache Sprache und Visualisierungshilfen wurden im Verlauf von Schulungen erprobt, in der Beratung angewendet und nach fachlicher Überprüfung durch Führungskräfte und Mitarbeitende aus der Arbeitsverwaltung fertiggestellt. Die Arbeitshilfen sind für einen Einsatz in den alltäglichen Arbeitsabläufen der Mitarbeiter*innen konzipiert und damit ein konkreter Beitrag zum Abbau von Zugangsbarrieren. Mit den beiden Praxishandreichungen zum Thema „Dolmetschen“ und der „Visualisierungshilfe für beschäftigungsorientierte Beratung“ wird zudem konkret auf den Bedarf für die Beratung Geflüchteter Bezug genommen.

Fazit

Die Praxishandreichungen für Mitarbeitende der Arbeitsverwaltung zum Abbau von Zugangsbarrieren sind das Ergebnis von Hospitationsbeobachtungen und Antwort auf die formulierten Bedarfe der Mitarbeiter*innen der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Die Praxishandreichungen und Arbeitshilfen unterstützen die Kommunikationsprozesse in migrationsspezifischen Beratungsanforderungen sehr konkret, indem sie z.B. Begriffe aus dem SGB II in eine leicht verständliche Sprache übersetzen oder visuell veranschaulichen.

 

Adressierte für Transfer:

Mitarbeitende der Arbeitsverwaltungen, Beratende in Migrationsberatungsstellen sowie Trainer*innen von Interkulturellen Kompetenztrainings.

Instrument Praxishandreichungen:

Sprachliche Hürden in der Beratung sind für Mitarbeitende der Arbeitsverwaltung und Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund belastend. Die Materialien unterstützen die Mitarbeitenden von Jobcentern und Arbeitsagenturen, ihre Kompetenzen zu erweitern und geben konkrete Ideen und Impulse, um Beratungsgespräche möglichst effizient zu gestalten. Die sechs Praxishandreichungen, die im Rahmen des Projekts migration.works entwickelt wurden, schließen diese Lücke. Beispielsweise die „Kommunikationsempfehlungen für Mitarbeitende der Arbeitsverwaltung“ übersetzen Begriffe aus dem SGB II und SGB III in eine leicht verständliche Sprache. Weitere Produkte, wie Visualisierungshilfen in acht Sprachen, erleichtern die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden.

Projekt:

migration.works – Diskriminierung erkennen und handeln!

Träger:

basis & woge e.V.

Projektansprechpartnerin:

Cristina Torres-Mendes, Steindamm 11, 20099 Hamburg, Tel.: 040/39 84 26 - 44, cristina.torresmendes(at)basisundwoge.de