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inklusiv Bericht aus der Praxis und Interview mit Nurcahya Köhler, IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern

Beratungshotline: Schnell, unkompliziert und fallbezogen

Die Beratungshotline informiert Unternehmen schnell, unkompliziert und fallbezogen rund um das Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.

Ausgangslage/Herausforderung

Im Kontext steigender Fluchtbewegungen entstanden bzgl. der Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund seit 2015 in Mecklenburg-Vorpommern komplexere Anforderungen für kleine und mittlere Unternehmen. Die sich kontinuierlich ändernden, zahlreichen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Regelungen stellten eine Herausforderung dar. Verschiedene Hilfestrukturen im Land entstanden, nur wenige konnten Betrieben jedoch fachlich korrekte Unterstützung geben. Das IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern stellte den Bedarf einer schnellen und effektiven Beratung für Akteure des Arbeitsmarktes fest. Insbesondere Arbeitgeber*innen waren auf der Suche nach gebündelten und umfassenden Antworten vor allem bei Fragen hinsichtlich der Beschäftigung von Geflüchteten. Hier setzt die Beratungshotline an, die alle Aspekte rund um das Thema Arbeitsmarkt abdeckt.

Umsetzung der Beratungshotline für Arbeitgebende

Gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e. V., initiierte die Koordinierung des IQ Netzwerks Mecklenburg-Vorpommern das Projekt „Beratungshotline für Arbeitgeber*innen – Infos zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen“. Entwickelt wurde ein niedrigschwelliges Angebot mit fallbezogener telefonischer Besprechung von Fragen rund um die Einstellung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, wodurch eine Integration in den Arbeitsmarkt nachhaltig ermöglicht werden soll. Die Umsetzung und Fallberatung erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und kommunikativen Fähigkeiten der drei Mitarbeiterinnen.

Durch die telefonische Beratung, die auch mehrfach in Anspruch genommen werden kann, entstehen für die Unternehmen keine zusätzlichen Kosten, lange Anfahrtswege sowie eine komplizierte Terminvergabe entfallen. So wird eine individuelle Begleitung und bedarfsorientierte Unterstützung der Arbeitgeber*innen durch die Mitarbeiterinnen gewährleistet. Das Angebot umfasst Informationen zu rechtlichen Grundlagen bei der Beschäftigung von Asylbewerber*innen sowie zu Fördermöglichkeiten im SGB II und III. Die Mitarbeitenden greifen bei ihrer Arbeit auf ein großes Netzwerk an Kontakten sowohl innerhalb des IQ Netzwerks Mecklenburg-Vorpommern als auch außerhalb zum Netzwerk „NAFplus – Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge“, zu Arbeitsagenturen, Jobcentern, lokalen Bildungsträgern sowie IHKs und HWKs zurück und vermitteln bei Bedarf Kontakte zu den entsprechenden Ansprechpersonen vor Ort.

Fazit

Seit der Freischaltung der Beratungshotline im Juli 2016 wurden mehrere Hundert Beratungsgespräche geführt. Viele Anfragen zeigen, dass es einen hohen Beratungsbedarf gibt und das IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern sich damit bundesweit in einer Vorreiterrolle befindet. Sich kontinuierlich ändernde Rechtslagen haben aufgezeigt, dass Integration in den Arbeitsmarkt kein Selbstläufer ist und zahlreiche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern die Beratungsleistung dringend benötigen.

Adressaten für Transfer:

Unternehmerinnen und Unternehmer, Arbeitsverwaltungen und weitere Arbeitsmarktakteure

Hotline für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber:

Die Beratungshotline für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber berät ortsunabhängig, kostenlos und bedarfsorientiert zu allen Themen, die die Beschäftigung von Geflüchteten betreffen. Die Ansprechpartner*innen und -partner der Hotline geben Unternehmen kompetente Unterstützung z. B. bei rechtlichen Fragen zur Einstellung von Menschen mit und ohne Berufsqualifikationen in Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplätze sowie Fördermöglichkeiten im SGB II und III. Die Hotline dient als Schnittstelle zwischen IQ Beratungsangeboten sowie externen Beratungsangeboten und vermittelt Kontakte zwischen Unternehmen und einzelnen Beratungsstellen.

Projekt:

Beratungshotline für Arbeitgeber

Träger:

Flüchtlingsrat MecklenburgVorpommern e. V.

Projektansprechpartnerin:

Nurcahya Köhler, Goethestr. 75, 19053 Schwerin, Tel.: 0385/581 57 90, iq(at)fluechtlingsrat-mv.de