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inklusiv Bericht aus der Praxis und Interview mit Stephanie Freitag, Anerkennung- und Qualifizierungsberaterin im Projekt „QUIA“

QUIA – visuell und didaktisch ansprechend

Das zweistufige Instrument im IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz bereitet Zugewanderte in Sprachkursen auf das Thema „berufliche Anerkennung“ vor.

Ausgangslage/Herausforderung

Besuche in Sprachkursen durch Mitarbeitende der IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung haben gezeigt, wie wichtig das Thema berufliche Anerkennung für die Teilnehmenden ist. Allerdings ist es nicht möglich, alle Sprach- und Integrationskurse aufzusuchen oder die Kursleitenden tiefgreifend zu informieren. Auch wurde bei Kursbesuchen deutlich, dass es zahlreiche Fragen zu notwendigen Dokumenten und den Formalien des Anerkennungsverfahrens gibt. Um an dieser Stelle zu unterstützen, war es die zentrale Herausforderung im Rahmen des Projektes „Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten durch ein integriertes Anerkennungsverfahren (QUIA)“, Unterrichtsmaterial so gestalten, dass es schon frühzeitig in Sprachkursen eingesetzt werden kann. Das umfangreiche Thema „berufliche Anerkennung“ sollte aber trotz seiner Komplexität gut erfasst werden können. Zudem sollten die Lektionen visuell ansprechend und didaktisch abwechslungsreich gestaltet sein. Dazu kam der Anspruch, den Kursleitenden mit einer übersichtlichen Handreichung möglichst wenig zusätzliche Arbeit zu machen, so dass das Material nach einer Schulung ohne große Vorbereitung eingesetzt werden kann.

Umsetzung des Instruments QUIA

„QUIA“ ist didaktisches Material zum Einsatz in Sprachkursen über berufliche Anerkennung. Das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz und der Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz haben das Konzept in Abstimmung mit der IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch entwickelt und erprobt. Die Teilnehmenden im Integrations- oder Deutschkurs werden früh im Lernprozess über die Möglichkeit einer Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation informiert. Bereits während des Kurses können sie so ihr Anerkennungsverfahren in Gang bringen und erhalten Unterstützung durch das Förderprogramm IQ. In Stufe 1 werden Migrant*innen für das Thema Anerkennung von Berufsabschlüssen inhaltlich und sprachlich sensibilisiert. In Stufe 2 wird der Anerkennungsprozess detaillierter dargestellt und individuelle Fragestellungen können einbezogen werden. Die Durchführung von Stufe 1 findet in der Regel in zwei Unterrichtsstunden statt. Stufe 2 besteht aus acht Unterrichtsstunden, die auf dem ersten Modul aufbauen.

Am Modellprojekt nahmen fünf Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz teil. Stufe 1 wurde von 171 Personen absolviert, Stufe 2 von 41 Personen. Sprachkursleitende werden im Vorfeld in einer halbtägigen Veranstaltung bezüglich des Basiswissens zum Anerkennungsverfahren und des didaktischen Materials geschult. Überdies wird der Kontakt zur Fachberatung (zum Beispiel aus dem Förderprogramm IQ) hergestellt.

Fazit

Berufliche Anerkennung betrifft Menschen unmittelbar. Es ist sinnvoll Eingewanderte möglichst frühzeitig über das Thema Anerkennung zu informieren. Integrations- und Sprachkurse sind dafür ideal geeignet, da sie obligatorisch bzw. niedrigschwellig sind. Sprachlehrende sind daher geeignete Multiplikatoren für das Thema „Anerkennung“.

Adressaten für Transfer:

Kursleitende bzw. Träger von Integrations- und Sprachkursen

Instrument QUIA:

Das Thema „Berufliche Anerkennung“ ist für Teilnehmende von Sprach- und Integrationskursen, die im Ausland bereits einen Berufsabschluss erworben haben und in Deutschland nach einer Möglichkeit der qualifikationsadäquaten Beschäftigung suchen, von großem persönlichem Interesse. Um das Thema im Deutschunterricht einzubringen, wurden die Unterrichtsmodule „QUIA“ entwickelt. QUIA steht für „Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten durch ein integriertes Anerkennungsverfahren“ und umfasst zwei Stufen, für die didaktisches Material für Sprachkursteilnehmer*innen zum Thema berufliche Anerkennung entwickelt wurde. Dieses Material können Kursleitende, die zum Thema „Anerkennung“ geschult wurden, frei einsetzen.

Projekt:

IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung in Rheinland-Pfalz (landesweit)

Träger:

Koordinierung IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch und dem Landesverband der VHS Rheinland-Pfalz

Projektverantwortliche im Förderprogramm IQ:

Stephanie Freitag, Frauenlobstr. 15-19, 55118 Mainz, Tel.: 06131 2876712, freitag(at)mip.consulting