IQ Prozesskette – Wege in den Arbeitsmarkt
Das im Förderprogramm IQ entwickelte Modell einer "Prozesskette der beruflichen Integration" sieht die arbeitsteilige Zusammenarbeit unterschiedlicher lokaler Akteure vor. Dieses Modell ist ein zentraler Referenzrahmen der Arbeit im Förderprogramm IQ geworden. Ziel ist dabei, Menschen mit Migrationshintergrund so zu unterstützen, dass sie notwendige und passgenaue Unterstützung erhalten, damit die berufliche Integration in den Arbeitsmarkt gelingt. Denn berufliche Integration verläuft erfolgreicher, wenn sich Arbeitsmarktakteure vor Ort vernetzen und gemeinsam für Integrationsaufgaben einsetzen
Die Prozesskette definiert fünf idealtypische Phasen, die für eine berufliche Integration wichtig sind und zu denen Angebote bereitgehalten werden sollten:
- Zugang, Ansprache, Information
- Berufliche Orientierung und Planung
- Umsetzung und Qualifizierung
- Einstieg in die Erwerbstätigkeit
- Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln
Angebote koordinieren
Nicht für jeden Menschen ist es sinnvoll, alle Teilprozesse der Prozesskette von Anfang bis Ende zu durchlaufen. Ein Einstieg ist in jeder Phase möglich. Mitunter ist es sinnvoll, Teilprozesse zu überspringen oder mehrfach zu absolvieren. Wichtig sind nahtlose und sinnvolle Übergänge zwischen den Angeboten der verschiedenen Phasen. Dies setzt voraus, dass vorhandene Angebote koordiniert werden, und dass sie die Zielgruppe erreichen. Doppelförderungen oder Förderungen ohne Anschluss werden dadurch vermieden, abgestimmte Unterstützungsleistungen werden kombiniert - so gelingt die Integration jedes Einzelnen besonders gut, denn die erforderlichen Schritte und Maßnahmen sind immer individuell.
Regionale Netzwerkarbeit
Arbeitsmarktpolitische Angebote müssen regionale Bedingungen und Bedarfe vor Ort berücksichtigen. In der Regel können sie nicht von nur einem Anbieter geleistet werden. Hier sind Netzwerke gefragt. Die Liste möglicher und notwendiger Partnerinnen und Partner ist lang: Öffentliche Arbeitsmarktdienstleister, Arbeitsagenturen, Grundsicherungsstellen, kommunale Stellen, Bildungs- und Sprachkursträger, Träger der Migrationsberatung und der Integrationskurse, projektfinanzierten Beratungseinrichtungen, Migrantenorganisationen und viele mehr.
Schließlich gilt es bei der Umsetzung der Prozesskette vor Ort eine Reihe von Integrationsaufgaben und -angeboten phasenübergreifend zu berücksichtigen. Nicht jedes Angebot kann klar nur einer Phase zugeordnet werden. Zu diesen übergreifenden Aufgaben und Themen zählen beispielsweise Antidiskriminierung oder die Interkulturelle Öffnung von Organisationen und Institutionen.
Die Phase "Zugang, Ansprache und Information" ...

... steht für den Zugang von erwachsenen Migrantinnen und Migranten zu Informationen. Sei es für einen beruflichen Einstieg, einen Wiedereinstieg aus der Arbeitslosigkeit oder die berufliche Weiterentwicklung. Es geht beispielsweise um Informationen zu ausländerrechtlichen Bestimmungen oder zu den Spielregeln des hiesigen Arbeitsmarktes oder um Formalitäten, die bei der Arbeitsplatzsuche und bei Bewerbungen zu beachten sind. Auch der Zugang zu Informationen über Angebote zur Qualifizierung oder Sprachkurse gehört zu dieser Phase. Eine verbesserte Ansprache und Information kann zum Beispiel durch niedrigschwellige Informationsangebote oder die Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Migrantenorganisationen geschehen.
Die Phase "berufliche Orientierung und Planung"...

... zielt darauf ab, erwachsenen Migrantinnen und Migranten eine vertiefte Orientierung über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven zu geben. In dieser Phase kommen daher Angebote zur beruflichen Beratung, zur Kompetenzfeststellung und zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zum Einsatz. Dabei werden beispielsweise Instrumente und Methoden angewendet, um nach passenden, entwicklungsfördernden und existenzsichernden Arbeitsplätzen zu suchen, oder um konkrete berufliche Perspektiven zu entwickeln.
In der Phase "Umsetzung und Qualifizierung" ...

... geht es darum, mit Hilfe von Qualifizierungen die individuellen Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das kann durch Trainingsmaßnahmen, Berufsbezogene Deutschkurse, Anpassungs- und Nachqualifizierungen oder auch durch abschlussorientierte Weiterbildungsangebote geschehen. Mitunter sind hierzu Weiterbildungsbegleitende Hilfen ein geeignetes Instrument, um Bildungserfolge sicherzustellen oder die Verknüpfung von fachlichen Qualifizierungen mit berufsbezogenen Deutschkursen.
Der "Einstieg in die Erwerbstätigkeit" bezeichnet die Phase ...

... des Übergangs in eine abhängige oder selbstständige Erwerbstätigkeit. Dabei sind für Migrantinnen und Migranten Bewerbungs- und Vermittlungsangebote wichtig oder auch die Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen. Die Ansprache und Sensibilisierung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle, denn Bestandteil dieser Phase ist es auch, die Bereitschaft von Unternehmen zu fördern, Migrantinnen und Migranten einzustellen.
Die Phase "Erwerbstätigkeit sichern und entwickeln" ...

... zielt darauf, eine abhängige oder selbstständige Erwerbstätigkeit zu sichern und weiterzuentwickeln - unabhängig von staatlichen Transferleistungen. In dieser Phase sind beispielsweise betriebliche Qualifizierungsangebote von Bedeutung oder Beratungsangebote, um Existenzgründungen zu stabilisieren.





