Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

OECD: Personen mit Migrationserfahrung weiterhin auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt

"Das Leben von Migrantinnen und Migranten besser zu verstehen ist der Schlüssel zur Verbesserung ihres Wohlbefindens und ihrer erfolgreichen Integration", unterstreicht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gleich am Anfang ihrer neuen Studie namens "How’s Life 2017: Measuring Well-Being?", in der die OECD dem Wohlbefinden und der Arbeitsmarktteilhabe von Personen mit Migrationserfahrung ein Kapitel widmet. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Personen, die in einem anderen Land geboren wurden, niedrigere Erwerbstätigkeitszahlen aufzeigen sowie häufiger unterbezahlte, "atypische" Jobs ausüben und somit deutlich weniger Einkommen als die "Alteingesessenen" eines Landes generieren.

In den untersuchten OECD-Ländern – insbesondere 22 Europäischen Ländern – sei das durchschnittliche Haushaltseinkommen von Migrantinnen und Migranten 25% geringer als das der Personen ohne Migrationserfahrung. Auch die Armutszahlen seien 12% höher: 28% der Migrantinnen und Migranten litten unter "Einkommensarmut", d.h. sie verdienten weniger als 60% des europäischen Durchschnittseinkommens. "Alteingesessene" besäßen außerdem ein Nettovermögen, das doppelt so hoch sei, wie das der nichtmigrantischen Vergleichsgruppe. In der Mehrheit der untersuchten Länder seien Migrantinnen und Migranten außerdem deutlich seltener berufstätig und kämpften häufiger mit Arbeitslosigkeit, wobei Frauen mit Migrationserfahrung davon besonders betroffen seien.

Angesichts der zahlreichen Anerkennungshürden im Rahmen ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen seien viele Personen mit Migrationserfahrung  für ihre ausgeübten Jobs überqualifiziert, in Deutschland sei dies mit 30% sogar leicht überdurchschnittlich der Fall. Das ausüben von Jobs unterhalb der eigenen Qualifikation führe, so der Bericht, zu geringer Jobzufriedenheit, schlechterer Bezahlung und mangelhafter "mentaler Gesundheit". Personen mit Migrationserfahrung übten außerdem Tätigkeiten mit "atypischen" Arbeitsstunden aus, beispielsweise am Wochenende oder abends.

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