Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

OECD: IQ stärkt inklusives Unternehmertum

Foto: OECD/European Union 2017

In ihrem neuen Bericht "The Missing Entrepreneurs 2017 Policies for Inclusive Entrepreneurship" (deutsch: "Die fehlenden Unternehmer 2017: Politische Strategien für ein inklusives Unternehmertum") unterstreicht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Bedeutung von Existenzgründungen für Personen, die  auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentiert seien, wie z. B. Frauen, Seniorinnen bzw. Senioren, junge Erwachsene und Menschen mit Migrationserfahrung. Angesichts des Stellenabbaus in europäischen Großunternehmen im Jahr 2016, so die OECD, eröffne die Selbständigkeit neue Arbeitsperspektiven.

Betriebliche Umstrukturierungen führten im Jahr 2016 europaweit zu "Stellenkürzungen von jeweils mehr als 1.000 Mitarbeitenden in 88 Großfirmen", so die OECD in ihrem neuen Bericht zum Unternehmertum in Europa. Vor dem Hintergrund dieser Tendenz müsse die Frage der Selbständigkeit als Alternative für die abhängige Beschäftigung verstärkt in den Blick genommen werden. Politische Strategien für die Durchsetzung eines "inklusiven Unternehmertums", so die OECD, sollen existenzgründungswilligen Personen sowohl den Weg zur Selbständigkeit eröffnen, als auch die bereits bestehenden Unternehmen von unterrepräsentierten Adressatengruppen wirtschaftlich stärken. Von den 30,6 Millionen Selbstständigen in der Europäische Union (EU) im Jahr 2016 waren beispielsweise lediglich zehn Millionen Frauen. Obwohl Migrantinnen und Migranten zahlenmäßig nicht unterrepräsentiert seien, zeigt sich in den OECD-Statistiken, dass ihre Betriebe – genauso wie die der Frauen, Seniorinnen bzw. Senioren und jungen Erwachsenen – kleiner und wirtschaftlich verletzlicher seien.

10% aller Selbständigen in der EU seien Migrantinnen und Migranten bzw. Personen, die in einem anderen Land als dem, wo sie momentan ihre Unternehmen führen, geboren wurden. Die Zahlen variieren allerdings stark von Land zu Land: In Polen haben lediglich 1% der Existenzgründerinnen und -gründer Migrationserfahrung, in England und Zypern dagegen seien es mehr als 20%. In fast allen europäischen Ländern seien Personen aus Drittstaaten in den Gründungsstatistiken überrepräsentiert. Personen mit Migrationserfahrung arbeiten außerdem häufiger als Teilzeitselbständige. Im Allgemeinen, so beschließt die OECD ihre Untersuchung, "sind Zugewanderte in der Europäischen Union fast genauso häufig selbständig beschäftigt wie die Vertreterinnen und Vertreter der jeweiligen Mehrheitsgesellschaften".

Auch für Deutschland scheint das zuzutreffen. Die allgemeine Selbstständigkeitsrate hierzulande sei mit 9% im europäischen Vergleich (14%) zwar unterdurchschnittlich, für Personen mit Migrationserfahrung sei das allerdings nicht der Fall. Die OECD begrüßt außerdem explizit das verstärkte Engagement Deutschlands für das migrantische Unternehmertum, vor allem im Rahmen der Fluchtmigration. Besonders die Arbeit des Förderprogramms IQ wird hier positiv als erfolgreiches Unterstützungsprogramm hervorgehoben.

Den vollständigen, englischsprachigen Bericht finden Sie hier.

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