Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Deutscher Industrie- und Handelskammertag startet Beratungs- und Unterstützungsprogramm "Ankommen in Deutschland"

[DIHK] Jede einzelne Industrie- und Handelskammer (IHK) in Deutschland wird sich mit einem ganz konkreten Aktionsplan für Ausbildung, Qualifizierung und Berufseinstieg von Flüchtlingen einsetzen. Das berichtete heute in Berlin Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Die aktuelle Flüchtlingskrise ist für Deutschland und die EU eine enorme Herausforderung", betonte Schweitzer, als er das Aktionsprogramm "Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration" vorstellte. "Jeder wird in den nächsten Jahren bei dieser Aufgabe seinen Anteil leisten müssen. Auch wir als IHK-Organisation sehen uns in der Pflicht." Das Programm solle das vielfältige Engagement der IHKs bündeln und ein flächendeckendes Beratungs- und Unterstützungsangebot aufbauen, sodass Flüchtlingen möglichst früh der Einstieg insbesondere in Praktika, Einstiegsqualifizierungen und berufliche Ausbildung gelingen solle. "Ich bin fest davon überzeugt: Ausbildung, Qualifizierung und anschließender Einstieg in den Beruf sind die besten Voraussetzungen für Integration", betonte der DIHK-Präsident.

Konkret werde jede IHK in den Aktionsfeldern "Beratung und Information der Betriebe", "Berufliche Orientierung für Flüchtlinge" und "Vermittlung in Ausbildung" aktiv. Als Beispiele nannte Schweitzer unter anderem Betriebsbesuche und Praktika, das Erstellen individueller Profile, das Ausrichten von Speed Datings oder Vorbereitungskursen. "Neben diesem Basisangebot wird jede IHK in weiteren ausgewählten Feldern Aktionen aufsetzen", führt er aus. Die Überschriften dazu lauten "Unterstützung von Spracherwerb und Gesellschaftskunde", "Begleitung von Betrieben bei der Qualifizierung und Ausbildung von Flüchtlingen", "Kompetenzen von Flüchtlingen erfassen und einordnen", "Vermittlung von Flüchtlingen über 25 Jahren in Qualifizierungsangebote" und "Unterstützung von Flüchtlingen bei Existenzgründungen".

Als erstes Produkt für die Unternehmen habe der DIHK einen Leitfaden zur "Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung" erstellt. Außerdem werde es im DIHK und in jeder IHK Ansprechpartner zum Thema Flüchtlinge geben: "Zusätzlich zum vielfältigen ehrenamtlichen Engagement werden sich in den IHKs und im DIHK mehr als 170 Mitarbeiter in den verschiedenen Aktionsfeldern engagieren", so Schweitzer. Das DIHK-Aktionsprogramm sei für das Jahr 2016 mit mindestens 20 Millionen Euro unterlegt. "Die Investitionen von Personal und Geld sollen ein wirksamer Hebel sein, mit dem wir positive Folgewirkungen anstoßen wollen", führte der DIHK-Präsident aus, "nämlich perspektivisch Fachkräfte für Unternehmen und Arbeitsplatzchancen für Flüchtlinge zu erschließen."

Das regionale Netz der IHKs mit über 200 Geschäftsstellen nannte Schweitzer einen "wichtigen Player, um gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort – unter anderem den Arbeitsagenturen, Jobcentern und kommunalen Einrichtungen – nicht nur über Integration zu reden, sondern konkret zu werden". Denn: "Wirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen weiter an einem Strang ziehen, um diese wahrlich große Herausforderung zu meistern. Die IHK-Organisation wird ihren Beitrag leisten."

Zurück zur Übersicht

Twitter
RSS