Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“

Deutsche Firmen sehen Flüchtlinge vor allem als Hilfsarbeiter

Deutsche Unternehmen sehen das größte Beschäftigungspotenzial für Flüchtlinge als ungelernte Hilfsarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ifo Instituts, die im aktuellen ifo Schnelldienst am vergangenen Donnerstag, 26. November, veröffentlicht wurde. „41 Prozent der Firmen sehen ein großes Potenzial für Flüchtlinge, in ihrer eigenen Branche als Hilfsarbeiter eingestellt zu werden. 59 Prozent allerdings sehen auch dafür nur geringe Chancen“, sagt Gabriel Felbermayr, einer der Autoren der Studie. 37 Prozent glauben an ein Potenzial, sie in ihre Branche als Auszubildende einzustellen, 63 Prozent jedoch nicht. 22 Prozent der Firmen könnten sich in ihrer Branche Flüchtlinge als Facharbeiter vorstellen, 78 Prozent aber nicht. Nur drei Prozent der Unternehmen sehen ein Potenzial für Führungskräfte in den Flüchtlingen, 97 Prozent jedoch nicht.

Insbesondere geben die Unternehmen zu 92 Prozent an, mangelnde Sprachkenntnisse seien ein Beschäftigungshindernis. Zu 71 Prozent nannten sie ein mangelndes Qualifikationsniveau, zu 59 Prozent arbeitsrechtliche Vorgaben und zu 32 Prozent den Mindestlohn. „Der Befund zum Mindestlohn ist nicht wirklich überraschend, denn die Frage der adäquaten Entlohnung stellt sich ja nur für jene Stellen, bei denen die sprachlichen, fachlichen oder bürokratischen Hürden überwindbar sind“, erklärte Felbermayr. Vor allem am Bau im Osten (55 Prozent) und im dortigen Handel (62) wird der Mindestlohn als Einstellungshindernis angesehen.

An der Umfrage beteiligt waren über 3.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe (49 Prozent), dem Baugewerbe (25 Prozent) und dem Handel (26 Prozent). 85 Prozent sitzen in Westdeutschland, 15 Prozent in Ostdeutschland.

Veröffentlichung
Battisti, Michele, Gabriel Felbermayr und Panu Poutvaara, "Arbeitsmarktchancen von Flüchtlingen in Deutschland: Ergebnisse einer Unternehmensbefragung", ifo Schnelldienst 68 (22), 2015, 22-25 | Download

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