Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Anhörung im Bundestag mit Sachverständigen von IQ

© Deutscher Bundestag / Studio Kohlmeier

Der Bildungsausschuss des Bundestags lud am 30. September mehrere Expertinnen und Experten aus dem Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ in die öffentliche Anhörung zum Thema „Ausländische Abschlüsse und ihre Anerkennung“.

Die Anhörung war Teil des Gesetzgebungsverfahrens zur Änderung des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG). Die Novelle des BQFG setzt Änderungen an der EU-Richtlinie zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen um.

Als Sachverständige aus dem Förderprogramm IQ waren geladen:

  • Dr. Ottmar Döring, Leiter der IQ Fachstelle „Beratung und Qualifizierung“, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), Nürnberg
  • Michael Gwosdz, IQ Projekt „Zentrale Anlaufstelle Anerkennung“, Diakonie-Hilfswerk Hamburg
  • Stephan Schiele, Leiter der Koordinierung von MigraNet – IQ Landesnetzwerk Bayern, Tür an Tür - Integrationsprojekte GmbH, Augsburg
  • Sabine Schröder, Leiterin des Multiplikatorenprojekts im Förderprogramm IQ, ebb Entwicklungsgesellschaft für Berufliche Bildung mbH, Köln

Weitere Sachverständige waren:

  • Michael van der Cammen, Leiter der Koordinierungsstelle Migration, Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
  • Heike Klembt-Kriegel, Geschäftsführerin der IHK FOSA (Foreign Skills Approval), Nürnberg
  • Mario Patuzzi, Referatsleiter Grundsatzfragen der Beruflichen Bildung & Weiterbildung, Abteilung Bildungspolitik und Bildungsarbeit, DGB-Bundesvorstand, Berlin

Grundsätzlich bewerteten die Sachverständigen das Anerkennungsgesetz von 2012 positiv. Michael van der Cammen, Leiter der Koordinierungsstelle Migration der Bundesagentur für Arbeit, wies darauf hin, dass das Anerkennungsgesetz einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leiste.

Dr. Ottmar Döring, Leiter des Fachstelle „Beratung und Qualifizierung“ des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung betonte, dass das Anerkennungsgesetz vor allem bei den reglementierten Berufen erfolgreich sei, also den Berufen, bei denen ein Nachweis einer bestimmten Qualifikation zur Berufsausübung nötig ist.

"Lücken in der Kostenübernahme schließen"

Viele Antragsteller hätten jedoch kaum Chancen auf Begleichung der Kosten, mahnten die Fachleute, und würden deshalb keine Anerkennung ihrer Qualifikation erreichen. Michael Gwosdz vom Diakonie-Hilfswerk Hamburg, das seit 2010 über 5.000 Menschen mit ausländischen Abschlüssen aus über 140 Ländern beraten hat, wies darauf hin, dass für die Betroffenen oft Kosten anfielen, die sie nicht stemmen könnten, und sprach sich deshalb ebenfalls dafür aus, Lücken in der Kostenübernahme zu schließen. Das Bundesland Hamburg habe beispielsweise ein eigenes Stipendienprogramm aufgelegt, um die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse nicht an finanziellen Hürden scheitern zu lassen. Ein vergleichbares Programm auf Bundesebene wäre ein wichtiges Signal.

"Deutlich höherer Beratungsbedarf"

Sabine Schröder machte deutlich, dass der Erfolg des Anerkennungsgesetzes nicht zuletzt den Beratungsleistungen des Förderprogramms IQ zu verdanken sei. In Bezug auf das Thema Flüchtlinge stellte sie heraus, dass ein Drittel der Flüchtlinge über berufliche und akademische Abschlüsse verfügt, was zu einem deutlich höheren Beratungsaufkommen im Förderprogramm IQ führe. Sie thematisierte eine Erhöhung der Ressourcen zu erwägen, auch für die sogenannten sonstigen Verfahren zur Feststellung non-formaler oder nicht dokumentierter Kompetenzen.

Stephan Schiele von MigraNet sagte, man könne das Gesetz nicht hoch genug loben, unterstrich aber, dass es wichtig sei, der Vereinheitlichung von Anerkennungsverfahren mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Weitere Durchführungsverordnungen und Handlungsleitfäden für die Anerkennungsstellen wären hilfreich.

Einen Mitschnitt der Anhörung können Sie in der Mediathek des Bundestags anschauen

Die schriftlichen Stellungnahmen der Sachverständigen können Sie hier einsehen

 

 

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