Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Das Netzwerk IQ betreut und begleitet vom Beginn des Förderprogrammes die unternehmerische Selbständigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund. Für diesen Aufgabenbereich wurden die Fachstelle Migrantenökonomie als bundesweite Service- und Forschungsstelle und verschiedene Landesprojekte zur Beratung und Begleitung der Selbständigen geschaffen.Bereits im Jahr 2012 stellte die IQ konkret (Ausgabe 3/12) am Beispiel Mannheims die Auswirkungen von Firmengründungen von Menschen mit ausländischen Wurzeln auf die Wirtschaftskraft und die soziokulturelle Struktur eines Stadtteils exemplarisch dar.

Aktuell wurde die Bedeutung migrantischer Ökonomie in einer bundesweiten Studie analysiert.  Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat die Prognos-AG die gesamtwirtschaftliche Bedeutung migrantisch geprägter Ökonomie genauer unter die Lupe genommen. Das klischeehafte Bild von der türkischen Dönerbraterei oder dem griechischen Gemüseladen muss mit dieser Untersuchung wohl gründlich revidiert werden. Das Profil der Migrantenökonomie hat sich weg von Handel und Gastronomie hin zu immer mehr Unternehmungsgründungen im Dienstleistungsbereich, im produzierenden Gewerbe und in der Baubranche entwickelt. Fast die Hälfte der Selbstständigen mit Zuwanderungsgeschichte (48 Prozent von insgesamt 709.000)  ist mittlerweile im Dienstleistungsbereich außerhalb von Handel und Gastronomie tätig. Die Anzahl der Unternehmen mit ausländischen Wurzeln ist im Berichtszeitraum um rund 25 Prozent gestiegen. Mit erstaunlichen Effekten für den Arbeitsmarkt. Rund zwei Millionen Personen (1.993.000) waren 2014 dank der unternehmerischen Tätigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit.  Im Untersuchungszeitraum hat sich dabei der Beschäftigungsbeitrag um 33 Prozent erhöht. Das ist bemerkenswert, hat doch gleichzeitig der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland nur um knapp 9 Prozent zugenommen.

„Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland. Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten nicht nur als Alleinunternehmer, sondern schaffen auch Arbeitsplätze und ermöglichen vielen Menschen so eine Chance zur Teilhabe am Arbeitsmarkt“, sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Unter den soziodemografischen Einflussfaktoren für die Überlebensfähigkeit migrantischer Unternehmungsgründungen beschreibt die Studie einen eindeutigen Zusammenhang mit dem Bildungsniveau. Der Anteil der Hochqualifizierten an der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat deutlich positiven Einfluss auf die Selbstständigenquote. Dies bestätigt auch eine Untersuchung der KfW:

Auch die unterschiedlichen Bedingungen für Migrantenunternehmen in den einzelnen Bundesländern wurden in der Prognos-Studie untersucht. Für Ostdeutschland und die Stadtstaaten (außer Berlin) wird ein geringerer Zuwachs mit der vergleichsweise schwächeren Zuwanderung erklärt. In Ländern mit hohem Migrantenanteil wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern ist naturgemäß die absolute Zahl migrantischer Unternehmungen am höchsten. Allerdings werden in der Studie sehr unterschiedliche Entwicklungen nachgezeichnet. Während von 2005 bis 2014 die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse in NRW mit 300.000 fast konstant blieb, ist für Baden-Württemberg, Bayern, aber auch Hessen und Berlin eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.

In den Handlungsempfehlungen erachtet die Studie eine bessere, zielgruppenspezifische Beratung für angezeigt. Eine längerfristige Begleitung migrantischer Unternehmungsgründungen sei notwendig. Idealerweise sollte die Beratung auch interkulturelle und sprachliche Kompetenz sowie betriebswirtschaftliches und rechtliches Know-how einbeziehen.

Die im Anhang der Studie aufgeführten Beratungsinstitutionen, die eine zielgruppenspezifische Beratung anbieten, sind mehrheitlich Projekte aus dem Förderprogramm IQ oder externe Partner des von der Fachstelle Migrantenökonomie initiierten Fachforums.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der IQ Fachstelle Migrantenökonomie.

Fremdsprachige Hilfe bei der Existenzgründung finden Sie hier.

Eine Karte mit den von IQ begleiteten Existenzgründungen finden Sie hier.

Die vollständige Studie der Prognos-AG finden Sie hier auf www.bertelsmann-stiftung.de.
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