Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

"Träume in marktfähige Produkte umsetzen": Berliner Fachkonferenz von IQ Fachstelle Migrantenökonomie und Bertelsmann Stiftung

Weniger standardisierte Angebote, Beratende, die erkennen, welche Potenziale in Gründungswilligen stecken und leichtere Zugänge zu Fördermitteln – das sind einige der Faktoren, die dazu beitragen können, noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu erfolgreichen Unternehmern werden zu lassen.
Dies ergab die Fachkonferenz "Die Potenziale der heterogenen Gesellschaft heben" am 7. Oktober in Berlin, die gemeinsam von der Bertelsmann Stiftung und der IQ Fachstelle Migrantenökonomie durchgeführt wurde.

Migrantische Unternehmen tragen viel zum wirtschaftlichen Wachstum und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei. "Unternehmerische Aktivitäten von Menschen mit ausländischer Herkunft nehmen weiter zu", konstatierte Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Die Politikerin eröffnete die Veranstaltung in Berlin und hob hervor, wie wichtig unternehmerische Talente unterschiedlichster Prägung sind, die Verantwortung übernehmen und Neues wagen: "Wir brauchen in Deutschland mehr Menschen, die ihre Träume in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umsetzen."

Speziell Menschen mit Migrationshintergrund nehmen dabei nach Meinung der Staatssekretärin eine bedeutende Rolle ein. Es seien "Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit ihrer Kreativität, ihren interkulturellen Kompetenzen und Netzwerken Impulse setzen und Dynamik in die deutsche Wirtschaft bringen." Gleicke benannte auch Stolpersteine für diese Gruppe der Gründenden und stellte Projekte ihres Ministeriums vor, mit denen migrantisches Unternehmertum weiter angekurbelt werden soll. Auch Veranstaltungen wie diese seien wichtig: "Die heutige Veranstaltung zeigt hierzu zahlreiche Best-Practice-Lösungen und erfolgreiche Maßnahmen auf, die Impulse und Anregungen für weitere Projekte auslösen."

Dem Thema der Veranstaltung "Die Potenziale der heterogenen Gesellschaft heben - Praxisbeispiele und Handlungsoptionen, um migrantisches Unternehmertum zu stärken" näherte man sich multiperspektivisch. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, der Praxis und Politik kamen zu Wort und diskutierten Hebel und Hürden für migrantische Unternehmungen. Dabei wurde stets deutlich, wie wichtig Menschen mit Migrationshintergrund als Wirtschaftsmotor und Fachkräfte sind.

Der Dialog geht weiter

Eine wichtige Erkenntnis für die Teilnehmenden war, dass es zahlreiche und gute Unterstützungsangebote gibt, der Zugang dazu allerdings nicht immer ganz leicht ist. Auch bei den Möglichkeiten finanzieller Unterstützung sehen die Expertinnen und Experten Nachholbedarf. Teilweise hätten Menschen mit Migrationshintergrund einen erschwerten Zugang zu Krediten. Relative Einigkeit herrschte auch darüber, dass es bei Regelangeboten einen zu  hohen Standardisierungsgrad gebe und dass es sich leichter für die Belange migrantischer Unternehmer einsetzen ließe, wenn diese stärker in Gremien von Verwaltungen, Kammern und Verbänden repräsentiert wären.

"Es gab nicht diesen einen Aha-Effekt, sondern viele kleine Erkenntnisse, die uns veranlassen, unseren Weg weiterzugehen. Heute haben wir neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden", lautete das Fazit von Nadine Förster von der IQ Fachstelle Migrantenökonomie. Auch Armando Garcia Schmidt von der Bertelsmann Stiftung zieht als Fazit, dass das Thema Migrantenökonomie ein wichtiger Aspekt für inklusives Wachstum ist und damit zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands beiträgt.

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