Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Bestehende Diskriminierungen und Zugangsbarrieren abbauen

Die geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen, die in vielen Bereichen niedrige Erwerbsquote von älteren Arbeitnehmenden oder die deutliche Unterrepräsentation von Menschen mit Migrationshintergrund in der öffentlichen Verwaltung genauso wie ihre deutlich schlechtere Position im Bildungsbereich und im Arbeitsmarkt zeigen, dass die bisherigen Bemühungen um Chancengleichheit und Gleichstellung nicht ausreichen.

So deckt eine Studie des Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration SVR (2014) auf, dass ein Jugendlicher mit deutschem Namen im Schnitt fünf Bewerbungen verschicken muss, um zu einem Vorstellungsgespräch für eine Ausbildungsstelle eingeladen zu werden. Ein Jugendlicher mit türkischem Namen muss dafür sieben Bewerbungen verschicken - trotz vergleichbarem Lebenslauf und gleichwertiger Qualifikation.


Plichten und Herausforderungen durch das AGG

Um die arbeitsrechtlichen Anforderungen des 2006 in Kraft getretenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes AGG zu erfüllen, müssen Unternehmen und Organisationen insbesondere ihre Personalprozesse (Rekrutierung, Aufstieg, Aus- und Weiterbildung) sowie ihre Organisationskultur und den Kundenverkehr an die gesetzlichen Bestimmungen anpassen und ihre betrieblichen Strukturen und Prozesse entsprechend überprüfen.

Auch sind sie dazu angehalten, gegenüber der Belegschaft ihren Informationspflichten nachzukommen und vorbeugenden Maßnahmen (Schulungen, Workshops, AGG- und Diversity-Trainings) zu treffen. Sie unterliegen der Pflicht, ein diskriminierungsfreies Verhalten ihrer Mitarbeitenden zu sichern und bei Verstößen gegen das Gleichbehandlungsgebot geeignete, erforderliche und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Die EU-Gleichbehandlungsrichtlinien und das AGG

Die Europäische Union hat seit Anfang 2000 insgesamt fünf Gleichbehandlungsrichtlinien mit arbeits- und zivilrechtlichen Bestimmungen beschlossen. Diese haben dabei insbesondere zum Ziel,

  • den individuellen Schutz vor Diskriminierungen zu verbessern
  • das Menschenrecht auf Nicht-Diskriminierung zu gewährleisten
  • das Grundrecht auf gleiche und faire Behandlung umzusetzen
  • eine gleichwertige horizontale Vielfalt in den europäischen Gesellschaften zu fördern und damit
  • das europäische Sozialstaatsmodell mit seinen zentralen gesellschaftspolitischen Zielen (hohes Beschäftigungsniveau, hohes Maß an sozialem Schutz, Hebung des Lebensstandards und der Lebensqualität, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt, Solidarität sowie Freizügigkeit) zu sichern.

Der Gesetzgeber hat die EU-Gleichbehandlungsrichtlinien 2006 im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG umgesetzt und dabei weitgehend einen horizontalen Diversity-Ansatz verfolgt. Die im AGG genannten Diskriminierungsgründe (ethnische oder rassistische Diskriminierung, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität) sind deckungsgleich mit den Kerndimensionen des Diversity-Konzepts.

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