Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Migrantenökonomie in den Medien:


Austausch mit Vertretern des IRC International Rescue Committee

Auf Einladung der IQ Fachstelle Migrantenökonomie treffen sich regelmäßig Beraterinnen und Berater aus ganz Deutschland, um ihre Erfahrungen in der Unterstützung von Zugewanderten und Geflüchteten, die Interesse an einer unternehmerischen Selbständigkeit haben, auszutauschen. Diesmal fand das Treffen des Beratungspools von www.wir-gruenden-in-deutschland.de in Frankfurt am Main statt, und man freute sich auf einen ganz besonderen Besuch: Zu Gast waren Vertreter des International Rescue Committee (IRC): Ralph Achenbach, Geschäftsführer von IRC Deutschland sowie die Koordinatorin für Europa, Liz Haman. IRC ist eine international tätige, bereits in den 30er Jahren mit Unterstützung von Albert Einstein gegründete Hilfsorganisation für Geflüchtete.

Zu Beginn stellte sich das IRC vor und vermittelte einen Einblick in die Arbeit und Strategie einer amerikanischen NGO, die weltweit in Kriegsgebieten tätig ist. Ziel von IRC ist es, das Leben von Geflüchteten und Kriegsopfern in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Bildung, Selbstbestimmung und wirtschaftlicher Wohlstand zu verbessern. Wie die Umsetzung aussieht und worauf die Schwerpunkte liegen, verdeutlichte die anschließende Präsentation mit Fokus auf „refugee entrepreneurship“. Bereits jetzt bearbeiten sie dieses Thema an einigen Flüchtlingsstandorten. Geplant ist jedoch auch in Deutschland aktiv zu werden, beziehungsweise sich mit bestehenden Initiativen zu vernetzen und von ihnen zu lernen. Insofern diente das Treffen mit der IQ Fachstelle Migrantenökonomie und dem Beratungspool dem fachlichen Austausch, dem Netzwerken und der Erweiterung des Kenntnisstandes über erfolgreiche Maßnahmen und Methoden in der Arbeit mit Zugewanderten und Geflüchteten, die gründen (wollen).

Die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen im Beratungspool nutzten das Treffen wiederum, um von ihren Projekten zu berichten und Herausforderungen und Hürden in der täglichen Arbeit zu schildern. Das IRC lernte bestehende Strukturen in der Migrantenökonomie kennen, die teils mit, teils ohne Unterstützung des bundesweit aktiven Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ aufgebaut werden konnten. Zugleich konnte die Hilfsorganisation daraus folgern, wo etwaige Bedarfe für das eigene Engagement liegen. Grundsätzlich gibt es noch viel zu tun, so die einhellige Meinung. Denn nach wie vor führen die Migrantenökonomie sowie das „refugee entrepreneurship“ im Vergleich zur abhängigen Beschäftigung ein Schattendasein, wenn es um die Integration in den Arbeitsmarkt gehe.

Ansätze für längerfristige Zusammenarbeit

In einem anschließenden zweitägigen Workshop saßen Vertreter der IQ Fachstelle Migrantenökonomie, aus dem Beratungspool sowie dem IRC zusammen, um Ideen zur Umsetzung gemeinsamer Ziele zu entwickeln. Als mögliche Ansatzpunkte für eine längerfristige Zusammenarbeit kristallisierten sich diese Maßnahmen heraus:

  • Eine gegenseitige Verlinkung auf die jeweiligen Websites sowie Zulieferung von Material für die IRC App refugee.info,
  • Austausch von good-practice-Beispielen und Tools,
  • prüfen von Train the Trainer-Services an Standorten des IRC, die in das deutsche Aufenthaltsrecht und seine Möglichkeiten für Selbständige einführen,
  • Kooperation im Metropolis Workshop und Publikation zu refugee entrepreneurship,
  • gemeinsame Workshop-Angebote für Kammern bzw. Gründungsberaterinnen und -berater zum Thema refugee entrepreneurship,
  • Überblick und Analyse der bewährten Gründungsunterstützungsangebote in Deutschland, 
    Identifizieren der Lücken, in die das IRC gehen könnte, z.B. Fundraising sowie
  • eine gemeinsame internationale Konferenz zum Thema „Migrant / Refugee Entrepreneurship“.

"In Syrien hatte ich ein eigenes Geschäft." Existenzgründung als Alternative zur Beschäftigung”: Fachforum auf der Fachtagung des IQ Netzwerks Hessen vom 21.3.17 in Frankfurt

Gemeinsam mit Ramona Lange von jumpp- Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit Frauenbetriebe e.V., gestaltete Nadine Förster, Koordination der IQ Fachstelle Migrantenökonomie, das Fachforum, in dem Existenzgründung als Option für Zugewanderte und Geflüchtete im Mittelpunkt stand. Die beiden Expertinnen informierten über Hürden und Chancen einer Selbständigkeit von Zugewanderten und Geflüchteten und stellten Förderprojekte, Anlaufstellen und Informationsquellen vor.

Die komplette Dokumentation zur IQ Fachtagung 2017 "Hauptsache Arbeit?! - berufliche Integration von Neueingewanderten in Hessen" gibt es hier: www.hessen.netzwerk-iq.de/iq-fachtagung/uebersicht.html

ZDF Morgenmagazin, 03.01.17: Beitrag zur Integration in den Arbeitsmarkt am Beispiel eines Azubis aus Sierra Leone und eines Syrers, der sich mit einem Backbetrieb in Nürnberg selbständig gemacht hat.

Das ZDF Morgenmagazin am 03.01.2017 zur Integration Zugewanderter und Geflüchteter: Am Beispiel eines Azubis aus Sierra Leone und eines Syrers, der sich mit einem Backbetrieb in Nürnberg selbständig gemacht hat, wird berichtet, welche Hürden es bei einem erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu überwinden gilt. Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, kommt unter anderem zu Wort, ebenso Rainer Aliochin vom AAU e.V. in Nürnberg, der konkretisiert, mit welchen Fragen die Gründungswilligen auf ihn zukommen: Fragen zur Anerkennung seien ein Thema, aber auch beispielsweise zu Steuern oder dazu, wie der deutsche Kunde „tickt“.

zum Beitrag im ZDF Morgenmagazin...

Neuer Leitfaden für Fachkräfte, Migranten und geflüchtete Personen: "Einfach gründen in Deutschland!"

Jede fünfte Gründung wird inzwischen von Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund gestartet - dies beinhaltet auch geflüchtete Personen.  Besonders Menschen aus Nicht-EU-Ländern geraten dabei schnell an ihre Grenzen. Um deren Potenzial nachhaltig zu heben, werden in der Studie neben gründungsrelevanten Fragen insbesondere aufenthaltsrechtliche Aspekte berücksichtigt.

Das gesamte Aufgabenspektrum einer Gründung ist oft nur schwer zu überblicken. Für alle Gründerinnen und Gründer gilt es, in der Gründungsphase viele Fragen gleichzeitig zu bearbeiten und Entscheidungen zu treffen. Dabei bietet sich die Studie als Leitfaden im Gründungsprozess an, bei der wesentlichen Fragen geklärt werden sollen, die bei einer Gründung auftreten können. So lässt sich leichter im Blick behalten bei welchen Aufgaben Hilfe benötigt wird.

Die Zahl der ausländischen Selbständigen steigt kontinuierlich an. Die Vielfalt, Kreativität und Innovationskraft der nationalen und internationalen Gründerszene nimmt dadurch zu und gibt unserem Gründungsgeschehen zusätzliche Impulse. Um diesen potiven Nutzen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft auch weiterhin nutzen zu können, bedürfen diese Unternehmen eine besondere Unterstützung. Die Publikation "Einfach gründen in Deutschland!" versucht ihren Beitrag dazu zu leisten.

Autoren: Prof. Dr. Thomas Siegel (Steuerkanzlei Dr. Siegel), Dr. Ralf Sänger (IQ Fachstelle Migrantenökonomie), Dr. Thomas Funke (RKW).

Zugang zur Studie erhalten sie hier: Download PDF

Bertelsmann-Studie zu Migrantenunternehmen

Erfreuliche Nachrichten: Die am 11. August diesen Jahres von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Studie "Migrantenunternehmen in Deutschland zwischen 2005 und 2014" bestätigt u.a. den hohen Einflussfaktor von Bildung auf die Gründung eines Unternehmens in Deutschland. Erstmals werden die einzelnen Bundesländer in den Blick genommen.

Der dargelegte aufenthaltsrechtliche Sachverhalt unterliegt einer großen Dynamik und bietet inzwischen weitaus mehr Möglichkeiten als aus der Studie erkennbar wird: hier bleibt es uns als IQ Fachstelle Migrantenökonomie ein wichtiges Anliegen, auf die Chancen hinzuweisen, die das äußerst liberale deutsche Aufenthaltsgesetz gründungsinteressierten "Drittstaatlern" seit 2012 bietet! Doch lesen Sie selbst- hier geht's zur Studie.

Stipendienprogramm „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“ – Wirtschaftsminister Gabriel zeichnet Leuchtturmprojeke aus.

IT-Fachkräftemangel begegnen, vergessene Handwerkstechniken wiederbeleben, Hochschulstrukturen nutzen, gemeinsames Wohnen neu denken: Sigmar Gabriel verlieh am 9. Juni 2016 Auszeichnungen an die besten Leuchtturmprojekte des Stipendienprogramms „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“. Das Programm der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH unterstützt Startups und Initiativen dabei, geflüchtete Menschen in Ausbildung und 10 Arbeit zu bringen.

Während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Preisverleihung beleuchteten Expertinnen und Experten die Chancen und Herausforderungen für geflüchtete Menschen in Deutschland. Auch Nadine Förster von der IQ Fachstelle Migrantenökonomie gehörte zu den Podiumsteilnehmern.

Film zur Preisverleihung: ankommer.eu

DIHK Gründerreport 2016 – Gründungsinteresse sinkt auf neuen Tiefpunkt

Auch bei den IHK´n macht sich  das sinkende Gründungsinteresse in den Beratungen bemerkbar. Allerdings  geht das Interesse gründungsgeneigter Personen, eine Beratung der IHK´n aufzusuchen, überproportional zum Gründungsgeschehen in Deutschland zurück. Sanken die Gründungen im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr nach dem Statistischen Bundesamtes um rund 5% (bei Einzelunternehmen), verzeichneten die IHK´n einen Rückgang um 10%., die Einstiegsgespräche sanken gar um elf Prozent. Damit halbierte sich das Interesse an einer Beratung durch die IHK´n seit dem Jahr 2004.

Während im Gründerreport 2015 den Frauen ein gesondertes Kapitel zu Teil wird, mit immer wiederkehrenden Hinweisen auf deren Potenzial, das seit Jahren nicht ausgeschöpft wird – trotz gesonderter Programme und zielgruppenspezifischer Aktivitäten (Anm. des Verfassers) –, werden Personen mit Migrationshintergrund, nicht aufgeführt. Dies halten wir aufgrund ihrer Bedeutung für das Gründungsgeschehen in Deutschland, auch im letzten Jahr tätigten sie wiederholt mehr als die Hälfte aller Neugründungen, für sehr bedauerlich.

Zugang zum DIHK Gründerreport 2016 erhalten sie hier.

KfW-Gründungsmonitor 2016: Arbeitsmarkt trübt Gründungslust deutlich – Innovative Gründer behaupten sich

Laut dem gerade erschienen Gründungsmonitor 2016 sind die Gründungszahlen im Jahr 2015 auf ihrem Tiefpunkt angelangt: im vergangenen Jahr gingen die Vollerwerbsgründungen um „sage und schreibe“ 28% zurück auf gerade 284.000! Nach Sicht der Autoren lag dies vor allem an der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes, die sich negativ auf die Gründungszahlen auswirkte, dafür jedoch einen positiven Einfluss auf die „Chancengründungen“ hatte.

„Gründungshauptstadt“ ist und bleibt Berlin mit 28 Gründungspersonen auf 1.000 Einwohner im Jahresdurchschnitt. Bundesweit dominieren die wirtschaftlichen Dienstleistungen bei den Neugründungen und der digitale Sektor, in dem jede fünfte Gründung erfolgte.

Ein Manko des Gründungsmonitors: es fehlt ein jeglicher Hinweis auf migrantische oder ausländische Gründungen, über die keine Aussage oder Bezugspunkt getroffen wird.

Einblicke in den Gründungsmonitor 2016 erhalten sie hier.

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