Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Akteure im Anerkennungsverfahren

Das Anerkennungsverfahren lässt sich in die Phasen "Orientierung", "Vollzug" und "Nutzung am Arbeitsmarkt" einteilen. In jeder Phase kommen verschiedene Akteure zum Zug.

1. Orientierung

Es gibt vier Möglichkeiten, sich im Anerkennungsgeschehen zu orientieren – ob vor, während oder nach der Antragstellung. 

Mit Selbstinformation ist gemeint, dass jemand, der oder die ihren Beruf anerkennen lassen möchte, selbständig recherchiert – zum Beispiel nach den rechtlichen Grundlagen oder der zuständigen Stelle.

Das Online-Portal für die Selbstinformation: Anerkennung in Deutschland

Das Portal "Anerkennung in Deutschland" bietet umfassende Informationen zum Thema Anerkennung. Besonders nützlich: Beim "Anerkennungs-Finder" gibt man Informationen wie Beruf und Wohnort ein und bekommt genau angezeigt, was man für eine Anerkennung tun muss und an welche Stelle man sich wenden muss.

In der Erstberatung erhält man grundsätzliche und rechtliche Informationen. Außerdem helfen die Beraterinnen und Berater dabei, die für den eigenen Beruf zuständige Stelle vor Ort zu finden.

Akteure in der Erstberatung

IQ Erstanlaufstellen

Die Erstanlaufstellen im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" beraten persönlich und in ganz Deutschland. Eine Erstanlaufstelle vor Ort finden Sie in unserer interaktiven Karte.

Hotline "Leben und Arbeiten in Deutschland"

Die Hotline "Leben und Arbeiten in Deutschland" berät am Telefon auf Deutsch und Englisch zu allen Einwanderungs-Fragen, unter anderem der beruflichen Anerkennung. Die Hotline erreichen Sie montags bis freitags von 9 Uhr bis 15 Uhr unter der Nummer +4930 18151111.

ZAB (Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen)

Die ZAB ist die Anlaufstelle für Menschen, die sich noch im Ausland befinden und von dort ihren Antrag auf Gleichwertigkeit stellen möchten.

Weitere Beratungsstellen

Beratungsstellen wie die Jugendmigrationsdienste (JMD) oder Beraterinnen und Berater in Migrantenorganisationen informieren auch über Möglichkeiten der beruflichen Anerkennung, wenn es für die oder den Ratsuchenden sinnvoll ist.

Die Einstiegsberatung hilft dabei, den Antrag auf Anerkennung zu stellen. Die Beraterinnen und Berater informieren außerdem über das individuelle Verfahren für den jeweiligen Beruf.

Akteure in der Einstiegsberatung: die zuständigen Stellen

Die Einstiegsberatung wird von den zuständigen Stellen geleistet. Die zuständige Stelle ist die Institution, die über die Ausbildung und Ausübung des jeweiligen Berufs in Deutschland wacht, also zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer, eine der Handwerkskammern oder die Ärztekammern.

Um die zuständige Stelle für einen bestimmten Beruf zu finden, nutzen Sie den Anerkennungs-Finder des Portals "Anerkennung in Deutschland"

Hier handelt es sich um die Beratung zu allen Fragen Arbeitsmarktintegration. Verantwortlich sind die JobCenter und die Agenturen für Arbeit. Beide Einrichtungen beraten auch zur beruflichen Anerkennung, wenn es für eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt sinnvoll ist.

2. Vollzug

Hier geschieht der eigentliche Verwaltungsakt: Der Antrag auf Anerkennung wird gestellt. Die zuständige Stelle prüft zunächst die Antragsvoraussetzungen, danach die Gleichwertigkeit der ausländischen Qualifikation mit einem deutschen Referenzberuf. Am Ende stellt die zuständige Stelle einen Bescheid aus. Als Ergebnis sind die volle oder teilweise Gleichwertigkeit mit dem deutschen Beruf oder die Ablehnung des Antrags möglich.

Lesen Sie hier mehr zum Anerkennungsverfahren.

Um die zuständige Stelle für einen bestimmten Beruf zu finden, nutzen Sie den Anerkennungs-Finder des Portals "Anerkennung in Deutschland".

Zwei Informationsportale unterstützen die zuständigen Stellen im Anerkennungsverfahren:

Das Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen (BQ-Portal) bietet Profile zu Berufsbildungssystemen in 60 Ländern, über 660 Profile von ausländischen Berufsabschlüssen. Das Portal unterstützt so die zuständigen Stellen im Kammerbereich, vor allem bei der Gleichwertigkeitsprüfung.

Die Online-Datenbank anabin stellt Informationen über einzelne Hochschulabschlüsse, Bildungsinstitutionen und Schulabschlüsse aus über 180 Ländern bereit und erleichtert so die Bewertung ausländischer Bildungsnachweise.

3. Nutzung am Arbeitsmarkt

Das Anerkennungsverfahren ist beendet, der Bescheid ist ausgestellt. Wem nutzt er konkret am Arbeitsmarkt?

In reglementierten Berufen ist eine Anerkennung ausländischer Qualifikationen zwingende Voraussetzung dafür, den Beruf auszuüben oder einen bestimmten Berufstitel führen zu dürfen. Der Anerkennungsbescheid eröffnet Menschen mit einem solchen Abschluss Beruf also formal die Möglichkeit, in Deutschland im gelernten Beruf zu arbeiten. Doch auch wer einen Abschluss in einem nicht-reglementierten Beruf hat, erhöht häufig seine oder ihre Chancen auf eine ausbildungsadäquate Stelle und eine tarifliche Eingruppierung.

Betriebe erhalten durch den Gleichwertigkeitsbescheid eine Orientierung darüber, in welchen Bereichen die Personen einsetzbar sind. Das hilft bei der Einstellung, aber auch zum Beispiel bei der Personalentwicklung.

Weiterbildungsanbieter können mit dem Gleichwertigkeitsbescheid einschätzen, welche Kompetenzen noch fehlen, um eine volle Gleichwertigkeit zu erlangen oder um den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu schaffen. Sie können auf dieser Grundlage individuell passende Anpassungsqualifizierungen und Förderinstrumente entwickeln.

Voran gehen: IQ Qualifizierungen im Kontext des Anerkennungsverfahrens

Das Förderprogramm IQ bietet bereits jetzt Qualifizierungen im Kontext des Anerkennungsverfahrens an. Es erprobt und entwickelt Modellansätze in diesem neuartigen Bedarfsfeld, das erst mit dem Anerkennungsgesetz von 2012 entstanden ist.

Die IQ Qualifizierungsberatung hilft Menschen dabei, die richtige Qualifizierung zu finden.

Sie suchen eine Beratung oder gleich eine passende IQ Qualifizierung in Ihrer Region? Nutzen Sie unsere interaktive Karte.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Bericht zum Anerkennungsgesetz 2014

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