Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Migrants‘ little helper: Mit Apps in Deutschland "Ankommen"

Mann hält Smartphone mit App "Ankommen in Deutschland" in arabischer Sprache in die Kamera

Das Angebot ist unübersichtlich. Von der Arbeiterwohlfahrt über die Caritas bis zum Volkshochschul-Verband, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis zum Goethe-Institut, vom kommerziellen Anbieter bis zur selbstverwalteten Initiativgruppe - es gibt ein breites Spektrum an Institutionen, die mit Apps für mobile Endgeräte zugewanderten Migrantinnen und Migranten einen Zugang zu deutscher Sprache und Kultur eröffnen wollen. Einige richten sich ausschließlich an Menschen mit arabischer Muttersprache, andere haben gleich mehrere Dutzend Ausgangssprachen im Angebot. Die Bandbreite der Zielgruppen reicht dabei von Kindern und Jugendlichen bis hin zu ausgebildeten Akademikern und der Vermittlung eines berufsbezogenen Wortschatzes. Es gibt unter den Apps reine Vokabeltrainer, aber auch interaktive Lernspiele oder Audio- und Videotutorien.

Die Stiftung Warentest hat zwölf dieser Apps für Zugewanderte ausgesucht und miteinander verglichen (test 4/2016). Lediglich zwei der untersuchten Applikationen erhielten letztendlich eine rundum positive Bewertung. Hier sind die Apps mit den besten Bewertungen.

Die kostenlose App "Ankommen" ist ein Gemeinschaftsprojekt von BAMF, Goethe-Institut, Bundesagentur für Arbeit und dem ARD Bildungskanal alpha. Die App ist inhaltlich konsequent auf Geflüchtete zugeschnitten und nah am Alltag. Die Übungen sind abwechslungsreich und haben einen guten Bezug zu den realen Erfahrungen. Neben dem reinen Deutschunterricht ist sie auch ein Wegbegleiter für die ersten Wochen in Deutschland. Informationen zum Asylverfahren, zu Ausbildungsmöglichkeiten und zur Arbeitsaufnahme runden das Erscheinungsbild ab.

Des Weiteren wurde Lern Deutsch – Stadt der Wörter, die vom Goethe-Institut entwickelt und vom BMAS gefördert wurde, uneingeschränkt empfohlen. Spielerisch einfach wird dort in die Struktur der deutschen Sprache eingeführt. In verschiedenen Lernräumen wie Stadt, Park und Bahnhof können Wörter eingesammelt und das gefundene Vokabular verfestigt werden. Thematisch auf den Alltag Geflüchteter zuge­schnitten ist das Spiel zwar nicht, doch es dürfte wegen seiner Aufmachung vor allem jungen Erwachsenen Spaß machen. Ein Nachteil ist es allerdings, dass Nutzende zum Spielen eine ständige Verbindung zum Internet benötigen.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband hat mit dem Portal ich-will-deutsch-lernen ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Es orientiert sich an den Niveaustufen A1 bis B1 der Integrationskurse. Außerdem bietet es Material zur Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch. Die App wurde mit dem Comenius-Siegel für pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende Multimediaprojekte ausgezeichnet. Bei der Stiftung Warentest wurde sie wegen des geringen Wortschatzes nicht in die Spitzengruppe aufgenommen.

Darüber hinaus sind weitere Apps erhältlich, die nicht im Test bewertet wurden:

Das Projekt Integreat bietet vor allem Orientierung vor Ort. Mit der App wollten die IQ Netzwerk-Partner in Augsburg zuerst einmal den frisch Zugewanderten eine kommunal ausgerichtete, mehrsprachige Hilfestellung für die ersten 14 Tage bieten. Mittlerweile ist daraus ein regelrechtes Serviceökosystem entstanden, an dem sich auch etliche andere Städte und Landkreise beteiligen und die die Systematik auf ihre jeweiligen örtlichen Begebenheiten übertragen haben. Unterstützt wird die App neben den beteiligten Kommunen auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, einigen Hochschulen, Software-Entwicklenden und weiteren Initiativen. Das Angebot haben bislang acht Städte und Landkreise übernommen.

Nicht mit der Sprache, sondern mit der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschäftigt sich die App Anerkennung in Deutschland. In sechs verschiedenen Sprachen gibt die App Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema. Ein besonderes Highlight ist die Beratungsstellensuche, die die nächstgelegene Beratungsstelle des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)" anzeigt. Das beim Bundesinstitut für Berufsbildung angesiedelte Portal "Anerkennung in Deutschland" zeichnet sich für diese App verantwortlich.

Die FITT – Institut für Technologietransfer an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gemeinnützige GmbH und die Software-Manufaktur eurokey haben gemeinsam mit weiteren Partnern ein e-Learning-Portal entwickelt und unter DaFür.Saarland im Internet veröffentlicht. Dort kann auch die zugehörige App abgerufen werden. Lernmaterial wie Arbeitsblätter, Audiohilfen und Videos können heruntergeladen und auch ohne ständige WLAN-Verbindung genutzt werden. In den anschaulichen Kurzfilmen werden Alltagssituationen wie Behördengang, Wohnungssuche, Lebensmitteleinkauf und Mülltrennung sowie sprachliche Kenntnisse vermittelt.

Das Portal ZUM-Willkommen der "Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V." (ZUM) hat etliche Unterrichtsmaterialien und weiterführende Links zusammengestellt. Neben einer umfangreichen App-Sammlung zum Deutschlernen ist dort auch ein Selbstlernvideo zur Alphabetisierung von arabisch sprechenden Flüchtlingen zu finden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Online-Plattform nimmt diese Seite auch das Phänomen Analphabetismus in den Blick. Auf dem ZUM-Willkommen-Auftritt kann allerdings nur mit Kenntnissen in der deutschen Schriftsprache navigiert werden.

Ähnlich der eingangs erwähnten Stiftung Warentest hat auch die Caritas die verschiedenen Angebote in Web und App einer Gegenüberstellung unterzogen. Die Aufstellung ist übersichtlich sortiert nach regionalen Hilfsangeboten, Wörterbüchern, Selbstlernkursen und Stellenbörsen.

 

 

 

 

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