Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

"Menschen unterstützen, ist für mich das Beste an meiner Arbeit"

Sylwia Strebska ist seit dem 1. März 2016 als Mitarbeiterin im IQ Teilprojekt "Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung" beim Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH in Lüneburg tätig und kommt ursprünglich aus Polen. Sylwia liebt Musik, Natur, Radfahren, Wandern und viel Lesen und mag es, neue Menschen kennenzulernen. Wir heißen Sylwia sehr herzlich willkommen in unserem Team! Fünf Fragen an unsere neue Kollegin:

Sylwia, wie bist Du eigentlich zum IQ Netzwerk Niedersachsen gekommen?

Zum IQ Netzwerk bin ich über die Migrationsberatungsstelle in Lüneburg gekommen. Ich habe dort Informationen über einen Integrationskurs sowie eine Empfehlung für eine Anerkennungsberatung bekommen. Damals hat mich Viola Herrmann bei meinem Anerkennungsverfahren beraten und begleitet.

Was genau sind Deine Aufgaben?

Meine Hauptaufgabe ist neben der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung auch die Vor- und Nachbearbeitung der Beratungsgespräche. Recherchen, Netzwerkarbeit und Monitoring sind ebenfalls sehr wichtig in meinem Arbeitsalltag. Im Moment lerne ich noch viel und kann den Umfang aller Aufgaben noch nicht ganz einschätzen. Es kommt immer wieder etwas Neues dazu und jede Beratung ist anders.

Hast Du selbst einen Migrationshintergrund oder schon  im Ausland gearbeitet?

In Warschau, wo ich herkomme, habe ich viele Jahre in den verschiedensten Berufen gearbeitet. Meine jeweiligen Hochschulabschlüsse habe ich in Pädagogik, Journalismus und Tourismus gemacht. Eine Zeit lang habe ich als Lehrerin in Berufsschulen gearbeitet. Als Journalistin habe ich Artikel für die Tourismusbranche geschrieben. Außerdem habe ich ein paar eigene Foto-journalistische Ausstellungen realisiert. Die Themen waren verschieden: Vielfalt, Migration, Identität, Schenkökonomie. Ich interessiere mich für viele Dinge, für Psychologie, Soziologie oder Politik zum Beispiel. Wie dies alles zusammenhängt finde ich besonders interessant und wie die Gesellschaft mit all dem umgeht. Ich habe vielseitige Berufserfahrungen in Großbritannien, Malta, Spanien und USA gesammelt. Ich denke, ich bin ziemlich interkulturell eingestellt. Eine Zeit lang war ich auch als Antidiskriminierungs-, Diversity- und Gender-Trainerin tätig. Und all diese Erfahrungen helfen mir jetzt bei meiner Arbeit im Förderprogramm IQ.

Was ist für Dich wichtig bei Deiner Arbeit?

Mir ist es sehr wichtig, Menschen auf ihrem Weg in Deutschland zu unterstützen. Ich bin selbst nach Deutschland gekommen, ohne die Sprache zu sprechen und ohne jegliche Orientierung. In einem fremden Land ist es am Anfang schwer, sich zurechtzufinden. Besonders die Suche nach einer Arbeitsstelle geht nicht einfach so von heute auf morgen. Für viele ausländische Berufe gibt es keinen Referenzberuf hier und ausländische Zertifikate müssen erst einmal anerkannt werden. Mir ist wichtig, dass ich den Menschen Mut machen kann und sie die besten Chancen auf eine volle Anerkennung haben.

Was gefällt Dir an Deiner Arbeit am besten?

Ich lerne sehr gerne neue Menschen kennen. In der Beratung höre ich viele Geschichten von Leuten aus den unterschiedlichsten Ländern. Man braucht fast nicht mehr zu verreisen, in der Beratung hört man etwas von überall aus der Welt. Die Welt kommt quasi zu mir in die Beratung. Dadurch, dass ich selbst einmal in der Situation war, in der viele meiner Kundinnen und Kunden jetzt sind, kann ich sie besser verstehen und habe das Gefühl, ihnen deswegen besser helfen zu können. Besonders bei Menschen aus dem Osteuropäischen Raum kenne ich das Schulsystem und kann Originaldokumente oder Zertifikate lesen und weiß schnell, was diese bedeuten. So komme ich schneller zum Rat. Menschen zu unterstützen, ist für mich das Beste an meiner Arbeit.

Das Interview führte Stefanie Müller.

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