Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Lena Vesley (42) aus dem Libanon

  • Abitur im Libanon
  • Studium der der Literaturwissenschaften im Libanon
  • 12 Jahre Berufserfahrung als Gymnasiallehrerin im Libanon

 

In Beirut ist sie dreisprachig aufgewachsen. Neben ihren Muttersprachen Arabisch und Französisch hat Lena Vesely schon sehr früh auch Englisch gelernt. Nach ihrem Abitur studierte sie im Libanon englische Literaturwissenschaft bis zur Masterebene und war dann zwölf Jahre als Gymnasiallehrerin tätig. Parallel dazu arbeitete sie in jener Zeit immer wieder als Übersetzerin und eignete sich Italienisch als weitere Fremdsprache an.

Während eines Zusatzseminars in Theologie (christlich-islamischer Dialog) lernte sie ihren Mann kennen und kam mit ihm 2001 erstmals nach Deutschland und eignete sich die Sprache an. Dort begegnet sie auch dem Förderprogramm IQ, im Landesnetzwerk Baden-Württemberg koordiniert durch das ikubiz (Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim gGmbH). Dort ließ sie sich beraten, um ihre Abschlüsse aus dem Heimatland bewerten zu lassen. Allerdings gelang es ihr nicht, als Sprachlehrerin für Französisch, Englisch und Arabisch in Deutschland eine Stelle zu finden. "Ich war damals ziemlich frustriert" sagt sie heute. Nach der Trennung von ihrem Mann kehrt sie 2015 in den Libanon zurück.

Mit ihrer Sprachgewandtheit hatte Lena Vesely beim ikubiz einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Dort erinnerte man sich an sie, als es zu Beginn 2016 zu einem akuten Personalengpass kam. Schließlich war in Anbetracht der Zuwanderung die Kenntnis der arabischen Sprache eine wichtige Bedingung für die Stellenbesetzung. Vier Monate später war Lena Vesely mit Festanstellung wieder in Deutschland. Sie arbeitet heute in der Anerkennungsberatung.

"Jetzt berate ich Menschen, so wie ich damals hier beraten wurde. Meine Erfahrungen, auch die, dass es nicht immer leicht ist, sich in einem anderen Land zu etablieren, helfen mir dabei und sollen den Ratsuchenden Mut machen. Auch ich musste viele Hindernisse überwinden."

Das praktiziert sie auch in ihrer Familie. Ihre beiden Söhne wachsen mehrsprachig auf. Sie gewöhnen sich auch gerade wieder an das deutsche Schulsystem.

"Wir sind sehr froh, mit Lena Vesely eine Mitarbeiterin gefunden zu haben, die alle Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt, die man als Anerkennungsberaterin braucht", bestätigt Elvira Stegnos, Landesnetzwerkkoordinatorin und  ikubiz-Geschäftsführerin. "Bei uns gehören solche Personalentscheidungen wie die für Lena Vesely zur guten Tradition. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass wir unterschiedliche Bildungswege und Qualifikationen in unserem Unternehmen brauchen und ausländische Abschlüsse mit einbeziehen."

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