Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Ieva Grase (48) aus Lettland

  • Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Akademie in Riga
  • Fachärztin für Labormedizin
  • 17 Jahre tätig in Labormedizin in Lettland
    (davon zehn Jahre als Laborleitung)
  • Bis Ende 2011 in Lettland als Ärztin gearbeitet

 

Auswanderung nach Deutschland:

2011 kam der Entschluss nach Deutschland zu ziehen, da mein Mann bereits hier gearbeitet hat. Er war selbstständig im Bereich Trockenbau. Davor mussten wir viele Jahre pendeln um einander zu sehen, was sehr schwer war! Daher entschied ich mich trotz meines beruflichen Erfolges in Lettland zu meinem Mann nach Deutschland zu ziehen. Unsere Tochter ist in Lettland geblieben, die beiden Söhne (14 und 21 Jahre) sind mit nach Deutschland gekommen.

Erste Schritte in Deutschland:

Ich hatte schon in Lettland angefangen Deutsch zu lernen, dennoch war es schwer einen Einstieg in Deutschland zu finden. Allein die Behördengänge waren für mich eine große Herausforderung. Aufgrund fehlender Sprachkenntnisse habe ich z.B. beinahe meine Frist bei der Agentur für Arbeit verpasst, um mich arbeitslos zu melden. Am Ende hat alles geklappt und die Agentur für Arbeit und auch das Jobcenter suchten für mich nach Stellen. Jedoch wurde dabei keine Rücksicht auf meine besondere Qualifikation genommen: ich sollte laut Berater erst einmal einfach nur arbeiten, egal wo. Das war aber nicht mein Ziel, schließlich habe ich einen Abschluss in Medizin und fast 20 Jahre Berufserfahrung. Ich wollte unbedingt in meinem Beruf arbeiten. Das Jobcenter schickte mich daraufhin zur Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle in Hannover. Dort stellten sich mir und meiner Beraterin Frau Rudat weitere Herausforderungen. Ich hatte durch meine jahrelange Erfahrung und Ausbildung etliche Zertifikate. Diese mussten alle übersetzt und beglaubigt werden. Im Anschluss musste überprüft werden, welche dieser Zertifikate mir in Deutschland anerkannt werden, und wo ich mich noch weiterbilden lassen musste, um in Deutschland als Fachärztin tätig zu sein.

Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstelle Hannover:

Die IQ Beratungsstelle in Hannover war eine große Hilfe, denn jedes meiner Zertifikate musste überprüft werden, um das anschließende Anerkennungsverfahren gut vorzubereiten. Das erforderte viel Geduld und Sorgfalt. Schließlich hing von dem Verfahren ab, inwieweit ich mich noch weiterbilden lassen musste, um wieder in meinem Beruf in Deutschland zu arbeiten.

Aktuelle berufliche Situation von Ieva Grase:

Mein Weg war alles andere als einfach und am Ende hat sich herausgestellt, dass ich zwei Jahre in Deutschland als Assistenzärztin tätig sein muss, um wieder als vollwertige Fachärztin arbeiten zu können. Das war dennoch eine große Erleichterung für mich, denn endlich wusste ich wie ich weiter komme! Nicht alle ausgeschrieben Stellen waren für mich geeignet, nach langen Recherchen habe ich aber eine passende Stelle beim Medizinischen Versorgungszentrum in Ahlten gefunden. Dort arbeite ich seit 2013 als Assistenzärztin. Zusätzlich zu meiner Assistenzzeit musste ich parallel eine Weiterbildung machen, die Dank der Überprüfung der Anerkennungsberatungsstelle zwei Jahre, anstelle von fünf Jahren dauert. Nun sind die zwei Jahre um, und ich habe nächste Woche meine Abschlussprüfungen. Wenn alles gut geht, kann ich dann wieder in meinen alten Beruf zurückkehren!

Tipp von Ieva Grase:

Das Allerwichtigste ist dran zu bleiben und nicht aufzugeben! Zusätzlich ist es wichtig die deutsche Sprache richtig zu lernen. Denn die Sprache sorgt nicht nur für Verständigung, sondern auch dafür, dass man sich in der neuen Kultur wohl fühlt und sich vertraut in der Umgangssprache bewegt. Nur so kommt man wirklich hier an.

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