Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Belohnung für die Mühe

Für Edgar Andres Ferreira Ricaurte ist im Mai ein Traum in Erfüllung gegangen: Er hat eine unbefristete Stelle in einem Ingenieurbetrieb gefunden und kann sowohl sein in Kolumbien absolviertes Wirtschaftsingenieurstudium als auch das BWL-Studium in Mainz im Arbeitsalltag einsetzen. Bei der Jobsuche geholfen hat ihm vor allem auch die Ingenieurqualifizierung, die er im vergangenen Jahr in Mainz absolvierte.

Edgar Andres Ferreira Ricaurte kam 2003 nach Deutschland. In Kolumbien hatte er sein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften beendet und bereits einige Jahre gearbeitet. Dann hörte er von einem Partnerschaftsprogramm seiner Heimatuniversität und der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Die Chance, ins Ausland zu gehen, wollte der junge Mann auf der Suche nach neuen Herausforderungen gerne ergreifen. Also verließ er Kolumbien, um in Mainz Betriebswirtschaft zu studieren.
2014 machte er seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann. Von der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz ließ er sich zwischenzeitlich auch seinen kolumbianischen Abschluss anerkennen und erfuhr dort, dass er, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, eine Ingenieurqualifizierung machen könne. Der heute 40Jährige bewarb sich und nahm im vergangenen November an der Qualifizierungsmaßnahme "Systematik des deutschen Bau- und Planungswesens" in Mainz teil. Heute weiß er, dass ihm diese zusätzliche Qualifizierung half, seine jetzige Arbeitsstelle zu finden. Durchgeführt wurde die über das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" finanzierte Maßnahme von der Akademie der Ingenieure (AkadIng), die Partner im IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz ist.

Seit 1. Mai dieses Jahres ist Ferreira Ricaurte bei der HÜBL GRUPPE (VT-Ingenieure GmbH und Hübl - Verkehrstechnik GmbH) im baden-württembergischen Ketsch beschäftigt. Ralph Lopp, verantwortlich für den Vertrieb bei der Hübl Gruppe, wurde durch einen Zeitungsbericht aufmerksam auf die Ingenieurqualifizierung und fragte direkt an, ob unter den Teilnehmern jemand wäre, der zu ihnen passen könnte. "Wir schauten uns verschiedene Lebensläufe an und entschieden uns, Herrn Ferreira einzuladen", erzählt Lopp. Es folgten zwei Vorstellungsgespräche. Kurze Zeit später erhielt der Kolumbianer die Zusage und trat die neue unbefristete Stelle an. Seitdem ist er bei den mittelständischen im Bereich Controlling und Personal als Führungskraft tägig.

Zweiter Durchgang der Ingenieurqualifizierung in Mainz beginnt am 07.11.16

Wie Edgar Andres Ferreira Ricaurte erging es einigen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Ingenieurqualifizierung in Mainz. Sie fanden mittlerweile eine Arbeitsstelle oder sind in einem Praktikum, das oft der erste Schritt in eine Festanstellung ist. Vom 7. November bis 7. Dezember bietet die Akademie der Ingenieure (AkadIng) wieder eine Ingenieurqualifizierung in Mainz an. Die kostenfreie IQ Qualifizierungsmaßnahme zum Thema "Systematik des deutschen Bau- und Planungswesens" richtet sich an ausländische Akademikerinnen und Akademikern aus Bau- bzw. baunahen Fachdisziplinen und vermittelt in fünf Modulen verteilt auf vier Wochen das notwendige Wissen, um in einem Planungsbüro, in einem Bauunternehmen oder der Bauindustrie zu arbeiten. "Es besteht deutschlandweit bei vielen Bau- und Planungsunternehmen ein hoher Bedarf an Mitarbeitern und Spezialisten. Qualifizierte Fachkräfte stehen aktuell jedoch nicht ausreichend zur Verfügung.

"Demgegenüber gibt es eine Vielzahl an Fachkräften, die im Ausland ihren Ingenieur- bzw. Architekturabschluss erzielt haben und nun in Deutschland vollwertig ihren Beruf ausüben könnten", beschreibt Jochen Lang, Geschäftsführer der Akademie der Ingenieure, die Situation, die den Bedarf der Ingenieurqualifizierung offenlegt. "Bei Ingenieuren im Bauwesen, Handwerksberufen, aber auch beispielsweise im Bereich der Gesundheitsfachberufe haben wir in Rheinland-Pfalz einen hohen Fachkräftebedarf. Daher bieten wir besonders für diese Berufsgruppen Qualifizierungsmaßnahmen an", erklärt Ulrike Pingel, die das IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz koordiniert und Projektpartner wie etwa die AkadIng betreut.

Über das IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz

Das IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz ist eines von insgesamt 16 Landesnetzwerken im bundesweiten Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)". Es verfolgt das Ziel einen nachhaltigen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten zu leisten. Umgesetzt werden die Ziele auf Länderebene durch Projektpartner und ihre Teilprojekte in drei Handlungsschwerpunkten: Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung, Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes und Interkulturelle Kompetenzentwicklung. Die Projektpartner sind teils regional, teils überregional aktiv. Die Gesamtkoordination des IQ Netzwerks Rheinland-Pfalz liegt beim Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.

Weitere Informationen: www.iq-rlp.de

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